Presseerklärung Berlin, den 16.
Juni 2006 Am 17. Juni 1996
wurde in Berlin das Bürgerbüro Verein zur Aufarbeitung
von Folgeschäden der SED-Diktatur gegründet. Bürgerrechtler
wie Angelika Barbe, Bärbel Bohley, Jürgen Fuchs, Katja Havemann,
Freya Klier, Ehrhart Neubert,, Wolfgang Templin, Vera Lengsfeld und
Persönlichkeiten aus Politik und Gesellschaft wie Ignatz Bubis,
Ralph Giordano, Helmut Kohl, Anton Pfeifer, Rudolf Scharping, Rolf
Schwanitz gehören zu den Gründungsmitgliedern. Im Kreise der
Beratungsinitiativen zu SED-Unrecht engagiert sich das Bürgerbüro
über die Grenzen der Hauptstadt hinaus. Über die Jahre hinweg
haben die Mitarbeiter des Bürgerbüros tausende von ehemals
SED-Verfolgten zu den Möglichkeiten der Rehabilitierung und Wiedergutmachung
beraten und sich gegenüber der Politik mit konkreten Vorschlägen
für die Verbesserung der Situation der Betroffenen eingesetzt.
Dies geschah in guter Zusammenarbeit und enger inhaltlicher Übereinstimmung
mit den Opferverbänden der Verfolgten der kommunistischen Gewaltherrschaft,
den Landesbeauftragten für die Stasiunterlagen, den Aufarbeitungs-
und Beratungsinitiativen und dem Nachbarn am Sitz des Bürgerbüros
in der Bernauer Straße, dem Dokumentationszentrum Berliner Mauer. Seit Jahren existieren
gute Beziehungen zur Stiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur. Einzelprojekte
zu verschiedenen Benachteiligtengruppen konnten Dank der Unterstützung
durch die Stiftung realisiert werden. Da das Bürgerbüro
e.V. nicht institutionell gefördert wird, ist es finanziell nach
wie vor auf private Spenden angewiesen. gez. Dr. Ehrhart
Neubert gez. Dr. Helmut
Nicolaus Presseerklärung Berlin, den 15.
Mai2006 Die schon an die
Öffentlichkeit gelangten Empfehlungen der Expertenkommission für die
Entwicklung eines „Geschichtsverbundes zur Aufarbeitung der SED-Diktatur“
bedürfen dringend der öffentlichen Debatte. Das Anliegen,
die Aufarbeitung der SED-Diktatur zu fördern, ist begrüßenswert. Das
Ergebnis der Arbeit ist unzureichend. Die Kommission ist als unmaßgebliche
und keinesfalls repräsentative Gruppe (fehlende Opferverbände, regionale
Initiativen, andere wissenschaftliche Ansätze) zu betrachten. Der Kern der Empfehlungen
der Expertenkommission betrifft die Schaffung von drei Aufarbeitungsschwerpunkten
(Herrschaft – Gesellschaft - Widerstand, Überwachung und Verfolgung,
Teilung und Grenze), die unter inhaltlichen Gesichtspunkten nahezu
die gesamte deutsche Aufarbeitungslandschaft erfassen soll. Drei Aufarbeitungsinstitutionen
sollen als Träger fungieren, die „Stiftung Aufarbeitung“, die BStU
und die Gedenkstätte Berliner Mauer. Wir halten die
Empfehlungen der Kommission nicht für sachgerecht. Im Fall einer äußerst
kostspieligen Realisierung würde die ohnehin unzureichende Aufarbeitung
der kommunistischen Herrschaft beschädigt. Zudem fehlen nahezu alle
rechtlichen Instrumente, das Vorhaben umzusetzen. Im Ergebnis würden
drei bürokratische Monster entstehen, die die Arbeit bestehender und
funktionierender Einrichtungen zentralistisch blockieren und mit einer
Gremieninflation ersticken. Statt der notwendigen Vernetzung von bürgerschaftlichem
Engagement, kommunaler Initiativen und staatlicher Institutionen entstünden
komplizierte Verwaltungseinheiten, die sich mehr mit sich selbst,
als mit ihren Aufgaben beschäftigen würden. Unter anderem
wäre zu den einzelnen Vorhaben zu bemerken: Die BStU bezieht
ihre rechtliche und politische Legitimation aus dem StUG, das sie
verpflichtet, Akten des MfS für genau definierte Zwecke zur Verfügung
zu stellen. Dazu gehört auch die Unterrichtung der Öffentlichkeit
über Funktionen und Wirkungen des MfS. Diese Aufgaben bleiben für
das nächste Jahrzehnt und länger bestehen. Die BStU kann nicht in
eine Gedenkstätten- und Museumsverwaltung umfunktioniert werden, erfolgreiche
selbstständige Gedenkstätten bedürfen keiner übergeordneten Verwaltung.
Die in der Behörde arbeitende Abteilung „Bildung und Forschung“ bezieht
ihre Legitimation aus dem Gesamtauftrag der Behörde gemäß dem StUG
und verfügt daher über einen privilegierten Aktenzugang. Wenn dieser
entfällt, hat diese Einrichtung keine Existenzberechtigung mehr. Auch
die Forschung zu Opposition und Widerstand ist vorrangig dort anzusiedeln,
wo es einen unmittelbaren Zugang zu den Akten gibt. Die „Stiftung
Aufarbeitung“ sollte als multifunktionales Instrument der Aufarbeitung
und der Aufarbeitungsförderung ausgebaut werden. Mit ihren Bemühungen
um die Vernetzung, Beratung und Förderung der vielfältigen Aufarbeitungsbereiche
hat sie sich eine Kompetenz erworben, die weiter genutzt werden sollte.
Der Versuch, unter der Trägerschaft der Stiftung eine Ausstellung
zum „Alltag in der durchherrschten Gesellschaft“ in einem „Haus der
Aufarbeitung“ einzurichten, erinnert an die pseudowissenschaftlichen
Unternehmungen, den Alltag in der DDR ohne die alltäglichen Repressionen,
sozialen Mängel, Ängste und Verdrängungen zu zeichnen. Ein solcher
Plan ist überflüssig und zu teuer. Niemand käme darauf, die Autobahnen
und Sozialleistungen des NS-Staates unabhängig von den Repressionen
der Diktatur auszustellen. Letztens ist es
schwer vorstellbar, dass im Komplex „Teilung und Grenze“ die gut arbeitende
Gedenkstätte Berliner Mauer eine Koordinierungsfunktion im Rahmen
einer zu gründenden Stiftung für alle anderen Gedenkstätten übernimmt.
Hier würde ein Apparat entwickelt, der in der vielgliedrigen Gedenklandschaft
an die Teilung völlig überflüssig ist. Das „Bürgerbüro“
fordert, dass über die Historisierung der DDR hinausgehende Konzepte
der Aufarbeitung entwickelt und debattiert werden. Dazu gehören die
politischen, mentalen und gesellschaftlichen Kontinuitätslinien, Folgen
und Nachwirkungen der SED-Diktatur. Zudem müssen die Situation der
Opfer der kommunistischen Herrschaft sowie die Situation der SED-Funktionseliten
im Transformationsprozess Bestandteil der Aufarbeitung werden. Das Bürgerbüro
Berlin e. V. verlangt, dass alle von den Empfehlungen betroffenen
Initiativen, Institutionen und Vereine gehört und berücksichtigt werden,
bevor für sie existentielle Entscheidungen getroffen werden. gez. Dr. Ehrhart
Neubert (Vorsitzender ) Für den Vorstand:
Presseerklärung Berlin, den 27.
Januar 2006 Das Bürgerbüro zur
Aufarbeitung von Folgeschäden der SED-Diktatur ist tief betroffen über
den Tod des Altbundespräsidenten Johannes Rau. Johannes Rau hat sich
immer wieder in Politik und Öffentlichkeit für die angemessene Würdigung
der Opfer der SED-Diktatur eingesetzt. Bei seinem Besuch
im Bürgerbüro am 28. März 2001 betonte er, dass es wichtig sei, an die
Leistungen der in der DDR politisch Verfolgen und die Leiden der Opfer
zu erinnern. Gegenüber der Bundesregierung mahnte er wiederholt bessere
Entschädigungsreglungen für die ehemals Verfolgten an. Bärbel Bohley (Vorsitzende)
Presseerklärung Berlin, den 18.
November 2005 Durch ein Urteil
vom 25. Oktober 2005 des Bundesverfassungsgerichtes wurde der Verfassungsbeschwerde
des ehemaligen brandenburgischen Ministerpräsidenten und derzeitigen
Bundesverkehrsministers, Manfred Stolpe, gegen die Bezeichnung als Stasi-Mitarbeiter
stattgegeben. Dazu erklärt
das Bürgerbüro: Seit 1992 wird in
der Politik, in den Medien, in zeithistorischen Untersuchungen, in den
Kirchen kontrovers über die Bewertung dieser bis 1992 strikt geheim
gehaltenen Kontakte debattiert. Die Vorwürfe sind bekannt und in
Veröffentlichungen zugänglich. Die Kritiker Stolpes, die von
der kirchenrechtlichen Illegalität und von der politischen Illegitimität
dieser Stasikontakte ausgehen, haben Stolpe deswegen als IM
bezeichnet, vulgär den Begriff Spitzel verwendet, oder
diese Zusammenarbeit umschreibend im Dienste der Staatsicherheit
genannt. Diese Debatte kann vom Bundesverfassungsgericht nicht mehr
zurückgeholt werden. Äußerungen, Schriften, Bücher
müssten im Orwellschen Ausmaß aus dem Verkehr gezogen werden,
das Zitationsrecht eingeschränkt und jede politische Äußerung
durchleuchtet werden. Das Bundesverfassungsgericht
verlangt, dass im Interesse des Persönlichkeitsrechtes von Stolpe
ein sich kritisch Äußernder bei einer künftigen Meinungsäußerung
offen legen muss, dass eine gesicherte Tatsachengrundlage für die
von ihm aufgestellte Tatsachenbehauptung fehlt. Er könnte also
sagen: Stolpe stand im Dienst der Stasi, aber er bestreitet das.
Oder er könnte auch erklären: Stolpe stand im Dienst
der Stasi. Aber Lothar Bisky, der selbst mit Stasivorwürfen konfrontiert
ist, bestritt dies in seiner Eigenschaft als Vorsitzender des Stolpe-Untersuchungsausschusses
im Landtag Brandenburg. Diese dem Urteil
innewohnende Absurdität rührt aus dem völligen Verkennen
der politischen und rechtlichen Grundlagen des wiedervereinten Deutschlands.
1989 fand in der DDR eine friedliche Revolution statt, die die Wiedervereinigung
ermöglichte. Der von der ostdeutschen Bevölkerung und der
Bürgerbewegung bewirkte Umsturz diente auch der Wiederaufrichtung
des Rechtes. Die Bürger sollten durch die Offenlegung der Akten
der Diktatur in ihr Persönlichkeitsrecht eingesetzt werden. Die
Mitarbeiter der Diktatur sollten aus dem öffentlichen politischen
Leben zurücktreten. Aus diesem Willen wuchsen die Stasiunterlagenbehörde
und die Debatten um die Stasimitarbeit. Die Verfassungsrichter können
offenbar die Erfahrung der Abwesenheit des Rechtes in der Diktatur nicht
verstehen. Darum ist ihnen auch die befreiende Erfahrung der Wiederaufrichtung
des Rechtes durch die demokratische Revolution verschlossen. Es handelt sich
bei diesem Urteil nicht um den ersten Versuch die Ergebnisse der friedlichen
Revolution zu revidieren. So hat das Bundesverfassungsgericht die von
der ersten frei gewählten Volkskammer beschlossene Rentenkappung
der Systemnahen als verfassungswidrig erklärt. Im Prinzip führen
diese Schritte dazu, die friedliche Revolution von 1989 und die Wiedervereinigung
1990 als illegal und rechtsstaatswidrig zu erklären. Tatsächlich
wurden die politische Logik und das politische Recht der Herrschenden
um der Freiheit willen missachtet und gebrochen. Wer aber die Unfreiheit
nicht kennt, weiß auch nicht, dass die Freiheit durch politische
Aktionen den Diktatoren abgetrotzt werden muss. Die Rechtsprechung im
vereinten Deutschland sollte darum die politischen Befreiungsakte in
die Rechtswirklichkeit integrieren, da sie die Rechtsgrundlagen des
neuen Staates konstituierten. Der Rechtstaat benötigt juristisches
Personal, das wenigstens einen Bruchteil des Freiheitswillens und der
Zivilcourage aufbringt, die 1989 die Verteidiger von Recht von Freiheit
an den Tag legten. Bärbel Bohley Dr. Ehrhart Neubert Berlin, den 20.01.2005 Sehr geehrter Herr
Außenminister, Dieses Heim, das von
der ehemaligen DDR-Bürgerrechtlerin Bärbel Bohley seit 1998
in der Nähe von Split in Kroatien betrieben wird, lädt jedes
Jahr viele Kinder aus mittellosen Flüchtlingsfamilien aus dem ehemaligen
Kriegsgebiet zu einwöchigen Ferienaufenthalten am Meer in Kroatien
ein. Die Aufenthalte sind für die Familien völlig kostenlos. > Spendenkonto: 10.
Dezember 2004 | Konrad
Weiß: Vorgehensweise gegenüber Birthler-Behörde «gesetzwidrig» Der ehemalige DDR-Bürgerrechtler
Konrad Weiß übt scharfe Kritik an der Bundesregierung. Dass
sie ein Konzept zum Ende der Vorgehen gegen
die Stasiunterlagenbehörde - Affront gegenüber dem Bundestag Das Bürgerbüro
Verein zur Aufarbeitung von Folgeschäden der SED-Diktatur
fordert angesichts aktueller Pläne der Bundesregierung, die Behörde
die Bundesbeauftragten für die Stasiunterlagen abzuwickeln, den Deutschen
Bundestag eindringlich auf, seine Hoheit über die Behörde zu
verteidigen. Das angekündigte Vorgehen gegen die Stasiunterlagenbehörde
ist ein Affront gegenüber dem Bundestag, der das Stasiunterlagengesetz
beschlossen und die Bundesbeauftragte gewählt hat. Die beabsichtigte
Abwicklung der Behörde verstößt gegen das Stasiunterlagengesetz
und gegen den Einigungsvertrag. Offenbar soll die letzte institutionalisierte
Bastion der friedlichen Revolution von 1989 geschliffen werden, was 15
Jahre nach diesem Ereignis eine verheerende symbolische Bedeutung bekommt.
Dem Vorgehen gegen
die Behörde der Bundesbeauftragten, sie kurzfristig dem Kulturstaatsministerium
zu unterstellen, sie in den nächsten 5 Jahren zu schließen
und die Bestände ins Bundesarchiv zu überführen, liegt
offenbar die falsche Auffassung zu Grunde, es handle sich bei dieser Institution
um ein kulturhistorisches Aktenlager. Die Behörde hat jedoch gerade
für die Opfer der SED-Diktatur eine immens politische Bedeutung.
Bei der Aufarbeitung von SED-Unrecht sowie der Rehabilitierung und Würdigung
der Opfer der Diktatur ist ihre Arbeit auch zukünftig unerlässlich.
Bärbel Bohley
Vorsitzende Deutschlandfunk
Köln, Die Sonntagskolumne, 10. Oktober 2004, © Konrad Weiß
2004 Bundespräsident
Horst Köhler besuchte das Bürgerbüro e.V. Finissage zur Wanderausstellung
Podiumsgespräch:
Aufbruch zur Demokratie am Donnerstag, den
16. September 2004 um 18.00 Uhr Eine Gesprächsrunde
mit: Zur Finissage der
Wanderausstellung Der Demokratische Aufbruch von einer Bürgerbewegung
zur Partei 1989/90 treffen sich Repräsentanten der Bürgerbewegung
der DDR zum Gespräch und reflektieren die friedliche Revolution des
Herbstes 1989. Hierbei geht es um das eigene Erleben, die eigene Sicht
und den Rückblick mit den Erfahrungen der letzten 15 Jahre. Ergänzt
wird die innere Reflektion der Akteure durch eine profunde Sicht von Außen
durch den damaligen Ostberliner Stern-Korrespondenten, der über viele
Jahre die sich formierende DDR-Opposition aus nächster Nähe
beobachten konnte. Eine Veranstaltung
des Bürgerbüro e.V., Presseerklärung
vom 8. Juli
2004 Pressemitteilung vom
23. Januar 2004 Das Urteil des Europäischen
Gerichtshofes für Menschenrechte in Straßburg, dass die ohne
Entschädigung vorgenommene Enteignung von Bodenreformlanderben unrechtmäßig
sei, ist ein wichtiger Schritt hin zur Anerkennung und Wiedergutmachung
von Unrecht in Folge der kommunistischen Herrschaft. Die Politik ist nun
verstärkt in die Pflicht gerufen, die übereinander liegenden
Schichten von Unrecht wahrzunehmen und Regelungen zur Entschädigung
und Würdigung aller Entrechteten zu finden. Das Urteil löst
aber keinesfalls die Probleme, die durch Enteignung und Vermögensverlust
entstanden sind. Von der Bodenreform 1945 bis zu den Maßnahmen der
letzten undemokratischen Regierung Modrow in der DDR haben sich die Kommunisten
willkürlich über die Rechte der Menschen hinweggesetzt. Nur
eine komplexe Regelung der offenen Fragen kann die ostdeutsche Gesellschaft
befrieden. Dr. Ehrhart Neubert, Pressemitteilung vom
16. Oktober 2003 Die Mitarbeiterin
des Bürgerbüros Verein zur Aufarbeitung von Folgeschäden
der SED-Diktatur, Hildigund Neubert, wurde heute vom Thüringer Landtag
mit großer Mehrheit zur Landesbeauftragten für die Unterlagen
des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR gewählt. Frau Neubert war seit
Gründung des Büros als Beraterin für Verfolgte des SED-Regimes
und in der Öffentlichkeitsarbeit tätig. Das Bürgerbüro
verliert mit ihr eine kompetente Mitstreiterin. Die
durch den Weggang von Frau Neubert entstandene Lücke konnte bereits
geschlossen werden, so dass die Arbeit des Bürgerbüros uneingeschränkt
fortgeführt wird. gez. Bärbel Bohley,
Vorsitzende Pressemitteilung vom
24. September 2003 Die Vorsitzende des
Bürgerbüros Verein zur Aufarbeitung von Folgeschäden
der SED-Diktatur Bärbel Bohley fordert die Bundesregierung
auf, einen Großteil der Summe des Geldes aus den Novum-Millionen
den Opfern der SED-Diktatur zukommen zu lassen. Das Berliner Oberverwaltungsgericht
hatte am gestrigen Tage entschieden, dass es sich bei der Novum um eine
Firma der SED gehandelt hat und demnach das Vermögen der Novum dem
Bund zusteht. Das Geld soll nun dem Vernehmen nach für den Aufbau
Ost verwandt werden. Demgegenüber
sagte Frau Bohley: Das Geld der Partei, die für systematische
Menschenrechtsverletzungen verantwortlich ist, sollte zum Großteil
den Opfern des SED-Regimes zur Verfügung gestellt werden. Das wäre
ein Gebot der Gerechtigkeit. Die bestehenden Entschädigungregelungen
haben bislang nicht verhindern können, das viele SED-Opfer heute
auf Sozialhilfeniveau leben müssen. Frau Bohley betonte zudem,
daß das Erinnern an die 2. deutsche Diktatur in der Öffentlichkeit
aus dem Blick zu geraten drohe. Es sei deshalb dringend
notwendig, die finanziell äußerst schwach ausgestatteten Aufarbeitungsinitiativen
und die Stiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur mit den
freiwerdenden Mitteln aus dem Novum-Vermögen besser zu stellen. V.i.S.d.P.: Ausstellungseröffnung
am 4. September 2003 lädt der Förderverein
Zionskirche herzlich ein zu einer Podiumsdiskussion am Eine Podiumsdiskussion
mit: Veranstalter: Förderverein
Zionskirche Griebenowstr.16 10435 Berlin Spendeninitiative:
Überfall auf unsere Partnerorganisation
in St. Petersburg Liebe Freunde von
Memorial, sehr geehrte Damen und Herren, Spenden können
auf folgendes Konto überwiesen werden: MEMORIAL
Deutschland e.V. http://www.memorial.de Pressemitteilung vom
26. März 2003 Das Bürgerbüro
- Verein zur Aufarbeitung von Folgeschäden der SED-Diktatur ist tief
betroffen von der feigen Ermordung des serbischen Premiers Zoran Djindjic
und befürchtet in der Folge eine Gefahr für die begonnene Demokratisierung,
die Meinungsfreiheit und die Menschenrechte in Serbien. Die in Kroatien lebende
Vorsitzende des Bürgerbüros e.V. Bärbel Bohley sagte im
Hinblick auf die Situation in Serbien: "Es besteht die ernste Gefahr,
dass sich in Serbien die alten totalitären Strukturen wieder durchsetzen
und die Menschenrechte erneut unterdrückt werden. Schon jetzt lassen
die Medienberichte aus Serbien zu den Ereignissen in Belgrad eine Einschränkung
der Meinungsfreiheit befürchten. Bohley würdigte
den ermordeten serbischen Premier als einen mutigen Politiker, dem entscheidend
der Sturz des Milosevic-Regimes und die Öffnung der serbischen Gesellschaft
für demokratische Werte zu verdanken ist. Die Auslieferung Milosevics
an das Haager Kriegsverbrechertribunal sei in diesem Sinne sein größter
Verdienst, auch wenn ihm gerade das letztlich den Zorn weiter Teile der
serbischen Bevölkerung eingebracht habe. Kritisch wertet Bohley,
dass Djindjic sich als pragmatischer Politiker verstand, der die gesellschaftliche
Aufarbeitung der kommunistischen Vergangenheit Jugoslawiens allein den
Historikern überlassen wollte. "Am serbischen Beispiel zeigt
sich, dass Demokratisierung ohne radikale Aufarbeitung der dunklen Vergangenheit
kommunistischer Diktaturen nicht möglich ist. Dazu gehört auch
die vollständige Entfernung von Angehörigen der Repressionsorgane
aus öffentlichen Ämtern und Verwaltungen. Andernfalls sind Rückfälle
in menschenrechtsfeindliche und totalitäre Strukturen vorprogrammiert"
sagte Bohley. Presseerklärung
vom 25.02.2003 Nach einem Beschluss
des Haushaltsausschusses des Deutschen Bundestages soll der Etat der Stiftung
zur Aufarbeitung der SED-Diktatur für das laufende Jahr um fast zehn
Prozent gekürzt werden. Zahlreiche Projekte zum 50. Jahrestag des
Volksaufstandes vom 17. Juni 1953 und weitere Vorhaben der Stiftung sind
damit gefährdet. Das Bürgerbüro
- Verein zur Aufarbeitung der SED-Diktatur ist über diese Entscheidung
zutiefst empört und versteht sie als ein weiteres Zeichen dafür,
dass von der Bundesregierung eine kritische Auseinandersetzung mit der
zweiten deutschen Diktatur offenbar nicht gewünscht wird. Nachdem in den letzten
Jahren die Renten für ehemalige Funktionäre der SED, Offiziere
der NVA und der Grenztruppen und Stasimitarbeiter auf Beschluss der Bundesregierung
in erheblichem Umfang erhöht wurden und dies den Bundeshaushalt vermutlich
um hunderte Millionen Euro zusätzlich belastet, werden die Forderungen
der SED-Opfer auf eine angemessene Versorgung regelmäßig abgelehnt,
so dass viele der Betroffenen unter schwierigsten finanziellen Verhältnissen
leben müssen. Nun soll augenscheinlich
auch die wissenschaftliche und gesellschaftliche Aufarbeitung sowie die
Opferberatung durch die vom Deutschen Bundestag eigens dafür ins
Leben gerufene Stiftung, deren Minietat ohnehin nur 4, 1 Millionen Euro
beträgt, lahmgelegt werden. Wir sehen daher die
jüngste Mittelkürzung für die Stiftung in einer Reihe von
Entscheidungen, die letztlich einer Verharmlosung der SED-Diktatur Vorschub
leisten. Wir fordern die Bundesregierung
nachdrücklich auf, den Etat der Stiftung nicht anzutasten. Die Bundesregierung
steht in der historischen Pflicht, die Diktaturaufarbeitung zu fördern
und nicht zu behindern. Bärbel Bohley,
Vorsitzende Berlin, den 9.1.2003 Der MDR will zwei
Spitzen-Looser des Ostens ab dem 20. Januar für eine Talkshowreihe
recyceln, Gregor Gysi und Lothar Späth. Die Ostdeutschen hatten
die "Verdienste" beider wohl nicht vergessen. Die Wirtschaftskompetenz
von Gysi erwies sich besonders bei der Rettung der SED-Milliarden vor
dem Volk. Und Späth hat in Thüringen erfolgreich die teuerste
Sanierung aller Zeiten zuwege gebracht. Berlin, den 17.12.2002 Am 20. Dezember 02,
anläßlich des 52. Geburtstags des Dichters, wird die Straße
am Landtag in Erfurt in Jürgen-Fuchs-Straße benannt. Dr. Ehrhart Neubert,
amt. Vorsitzender Ringstorff und Holter
haben in ihrer Koalitionsvereinbarung die Auflösung der Behörde
des Landesbeauftragten des Landes Mecklenburg-Vorpommern für die
Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR beschlossen.
Reste sollen in die Landeszentrale für politische Bildung überführt
werden. Presseerklärung vom 23. September 2002 Vor 10 Jahren wurde das Strafrechtliche Rehabilitierungsgesetz
verabschiedet. Damit sollten politische Häftlinge der DDR rehabilitiert
und ihnen entstandene Nachteile ausgeglichen werden. "Dies ist leider
nicht gelungen." sagt Jens Planer-Friedrich, Berater im Bürgerbüro. "Die Rehabilitierungsgesetze gehen zwar weit
über alles hinaus, was in den anderen Ländern des ehemaligen Ostblocks
für politisch Inhaftierte geleistet wird. Trotzdem müssen wir feststellen,
daß es heute den Widerständlern gegen die zweite deutsche Diktatur sehr
viel schlechter geht als den Parteisekretären, Stasioffizieren, Richtern
und Gefängnisaufsehern, die sie verfolgt haben." "Diese Gerechtigkeitslücke wird vor allem
durch die volle Anerkennung der sogenannten Lebensleistung staatstragender
DDR-Funktionäre auf der einen und eine restriktive Anerkennungspraxis
der Wiedergutmachungsstellen auf der anderen Seite verursacht. Nicht selten
müssen Betroffene jahrelang durch viele Instanzen um ihre Rehabilitierung
kämpfen." beklagt Hildigund Neubert, ebenfalls Mitarbeiterin im Bürgerbüro
arbeitet. "Außerdem haben die Rehabilitierungsgesetze erhebliche Lücken.
Dadurch geht es Menschen, die sehr lange unter kommunistischer Verfolgung
gelitten haben, heute besonders schlecht. Schüler zum Beispiel, die in
den fünfziger und sechziger Jahren die Schule verlassen mußten oder keine
Ausbildung bekamen, leben heute als Rentner häufig auf Sozialhilfeniveau.
Das Rehabilitierungsgesetz sieht für sie keine Leistungen vor." "Ich sehe die schwierige Situation der Verfolgten
im Zusammenhang mit einem gesellschaftlichen Klima, das den Kommunismus
immer noch als eine gute Sache versteht, die nur schlecht gemacht war.
Solange die Gedenkstätten für kommunistisches Unrecht um ihre Existenz
kämpfen müssen und Kommunismus und DDR-Geschichte im Schulunterricht praktisch
nicht vorkommen, werden die Opfer der SED um die Anerkennung ihrer Lebensleistung
für Freiheit und Demokratie kämpfen müssen." sagt Bärbel Bohley, die Vorsitzende
des Bürgerbüro e.V. ViSdP: Dr. Ehrhart Neubert Die Wahlkampagne der PDS, die im Sommer mit
dem üblichen historischen Optimismus begonnen hatte, endete kläglich.
Kaum 300 PDS-Enthusiasten hatten sich am Sonntag in einem Schweriner Lokal
eingefunden, um die Genossinnen und Genossen des Führungsquartetts zu
verabschieden. Die leierten lustlos ihre letzte Wahlkampfrede in den verregneten
Nachmittag, bevor sie sich zur Wahlparty in die Berliner Arena aufmachten.
Die Stimmung war miserabel. Die Leute schienen das Desaster zu ahnen,
das ein paar Stunden später Gewissheit werden sollte. Die resignativen Töne standen im krassen
Gegensatz zum schrillen Wahlkampfgetöse, das die PDS in den Wochen zuvor
veranstaltet hatte. Vor allem im Osten hatten die Sozialisten mit einer
Materialschlacht sondergleichen versucht, flotte Sprüche statt Politik
zu verkaufen. Die Plakatwände, Informationsstände, Fernsehspots und Annoncen
müssen Millionen gekostet haben. Die Jura-Studentin Sandra Brunner, die
in Berlin-Pankow gegen die profi-lierten Bürgerrechtler Günter Nooke (CDU),
Wolfgang Thierse (SPD) und Werner Schulz (Bündnis 90/Grüne) antrat, verschickte
wenige Stunden vor der Wahl eine Postwurfsendung, in der sie die 220.000
Wähler ihres Wahlkreises aufforderte, "Schröder von links Beine zu machen"
und sie zu wählen. Geholfen hat das alles nichts. Zusätzlich haben Journalisten, die die PDS-Kandidaten
distanzlos umschwärmten, kostenlose Wahlkampfhilfe geleistet. Die "Berliner
Zeitung" ließ noch vier Tage vor der Wahl den gescheiterten PDS-Senator
Gysi exklusiv in einem Leserforum zu Wort kommen. Im 15. Deutschen Bundestag wird die "Vorhut
der Arbeiterklasse", wie die PDS sich nannte, als sie noch SED hieß, nur
noch mit einer Nachhut von zwei fraktionslosen Abgeordneten vertreten
sein. Bundesweit haben sich nahezu 600.000 Sympathisanten von der PDS
abgewandt. Selbst in Mecklenburg-Vorpommern, wo die Sozialisten dank Ringstorffs
E-gomanie weiter mitregieren dürfen, haben sie bei den Landtagswahlen
ein Drittel ihrer Wähler, über hunderttausend, verloren. Die SPD wird
nun ihren dramatisch geschwächten Koalitionspartner vier Jahre lang am
Nasenring führen können. Dem Land, so ist zu fürchten, wird das schlecht
bekommen. Die PDS, daran besteht kein Zweifel, wurde
im Osten abgewählt. Diese Bundestagswahl war eine emanzipatorische Wahl.
Es war der erste wirklich emanzipatorische Akt der Ostdeutschen seit der
friedlichen Revolution. So unbefriedigend der knappe Wahlausgang für die
Volksparteien sein mag - dass die PDS sich nun nicht mehr demagogisch
anmaßen kann, sich als "Stimme der Ostdeutschen" zu präsentieren, ist
für unsere Demokratie ein Gewinn. Es ist ein Gewinn, dass es keine Fraktion
mehr im Bundestag gibt, in der ehemalige Stasispitzel gegen die innere
Einheit wühlen und sich als Rechtswahrer derer aufspielen können, deren
Menschenrechte sie eine DDR lang mit Füßen getreten haben. Für die demokratischen Parteien ist dieser
Wahlausgang eine Herausforderung. Sie dürfen das Vertrauen, das die Ostdeutschen
in sie gesetzt haben, nicht enttäuschen. Das Wahlergebnis zeigt, dass
nun viele im Osten begriffen haben, dass Arbeitsplätze nicht durch sozialistische
Phrasen - "Arbeit her" oder "Arbeit soll das Land regieren" - geschaffen
wer-den, sondern allenfalls durch die gemeinsame Anstrengung von Politik
und Wirtschaft. Die wirtschaftliche Konsolidierung muss einhergehen mit
einer anhaltenden und kontinuierlichen Kärrnerarbeit der demokratischen
Parteien, die nicht erst ein paar Monate vor den Wahlen einsetzt oder
nur bei Hochwasser Chefsache ist. Die Demokratie in Ostdeutschland ist
auch nach diesem erfreulichen Wahlsonntag noch keineswegs so gefestigt,
dass radikale Parteien und Demagogen nicht wieder Zulauf finden könnten. Auch die PDS wird alles daran setzen, wieder
Boden zu gewinnen. Den Sozialisten geht es um "Systemveränderung" und
um die Macht. Sie werden in den kommenden Jahren all ihre Anstrengungen
auf Ostdeutschland konzentrieren. Dass sie gegenwärtig im Westen keine
wirkliche Chance haben, als "linke Alternative" ernstgenommen zu werden,
haben sie begriffen. Aber um den Osten, der ihnen nach dem Untergang der
DDR so unverhofft zugefallen war, werden sie kämpfen. Dort haben sie,
auch durch das Versagen der demo-kratischen Parteien, noch immer einen
Standortvorteil. Dort haben sie eine intakte, gut organisierte Infrastruktur.
Dort haben sie tausende erfahrene und einsatzwillige Mitglieder, und nicht
wenige davon sind immer noch disziplinierte Parteisoldaten, die auch die
un-spektakuläre Arbeit in Mieter- und Arbeitslosenvereinen, in der Volkssolidarität
oder in den Kommunen auf sich nehmen. Um so düsterer die Situation auf
dem ostdeutschen Arbeitsmarkt ist und um so hoffnungsloser vielen Menschen
dort ihre Lage scheint, desto mehr wird die PDS erstarken. Denn gerade auf Ängste und Befürchtungen,
seien sie begründet oder nicht, setzt diese Partei. Das war in der Vergangenheit
ihr Konzept, und das wird es auch in Zukunft sein. Das demagogische Reden
der Sozialisten von der "Entwertung ostdeutscher Biographien" oder den
"Bürgern zweiter Klasse" wird auch künftig Menschen davon abhalten, selbstbewusst
zu sein und emanzipiert zu handeln. Das Programm der PDS zu den Bundestagswahlen
hatte allen alles versprochen: Frieden und Gerechtigkeit, Arbeit und sozialen
Fortschritt. Aber es sagte nichts aus über das Wie. Auch daran ist die
PDS jetzt gescheitert. Die Auseinandersetzung in der Partei zwischen den
Orthodoxen, die die Leute weiterhin mit wohlklingenden sozialistischen
Theorien abspeisen wollen, und den Realpolitikern, die wirklich etwas
verändern möchten, wird sich in der nächsten Zeit zuspitzen. Möglich,
dass es eine Spaltung gibt oder dass "Realos" enttäuscht zur SPD abwandern.
Jedenfalls wird alles, was die demokratischen Parteien in den nächsten
vier Jahren nicht bewältigen, der PDS zuarbeiten. © Konrad
Weiß 2002 Konrad Weiß: Eine
Rolle rückwärts Rheinischer
Merkur, Nr. 38 vom 19.09.2002 Es gibt höchst überflüssige Bücher; dies
ist eines: "Die Sicherheit. Zur Abwehrarbeit des MfS". Die Herausgeber
und die 20 genannten Autoren waren ehemals hochrangige Stasi-Offiziere,
vom Oberst bis zum Generalleutnant. Daneben hat es offenbar zahlreiche
"inoffizielle Mitarbeiter" gegeben, die an dem voluminösen Werk mitgeschrieben
haben. Auf der Stasi-Homepage (die es tatsächlich gibt) enthüllen die
Herausgeber, dass wenigstens hundert weitere Mitarbeiter des MfS durch
Hinweise, Erinnerungen an konkrete Personen und Ereignisse, kritische
Bemerkungen usw. an dem Buch mitgewirkt hätten. Hinzu käme eine Reihe
von Personen, die zwar keine Mitarbeiter des MfS waren, aber durch Vermittlung
ihrer Erkenntnisse geholfen haben. Wer sich von derart geballtem Insiderwissen
Aufklärung über die "Aufklärer" erhofft, sieht sich enttäuscht. Das Buch
bringt kaum etwas, was nicht in den letzten Jahren durch wissenschaftliche
Publikationen oder durch die fundierte Forschungsarbeit der Birthler-/Gauck-Behörde
öffentlich gemacht worden wäre. So zitieren denn auch die Autoren pikanterweise
mit Vorliebe aus Veröffentlichungen der von ihnen so sehr gehassten Bundesbehörde.
Oder sie schicken in bewährter Manier heimliche Zuhörer in deren Veranstaltungen
und lassen Gedächtnisprotokolle fertigen, auf die sie sich dann berufen. Nun hatten die Autoren wohl tatsächlich Probleme
mit der Quellenlage. Denn ehemaligen Stasileuten ist aus gutem Grund die
Einsicht in die Akten, die sie einst angehäuft haben, verwehrt. Doch ich
zweifle nicht daran, dass ihnen ihre inoffiziellen Mitautoren alle gewünschten
Informationen besorgt haben. Oder dass sie auf Unterlagen zurückgreifen
konnten, die sie rechtzeitig beiseite geschafft haben. Zum Beispiel die
"Kollektiv-Dissertationen", mit denen sie an der Hochschule des MfS in
Potsdam promoviert haben. So hat "Oberstleutnant a.D. Dr.jur." Wolfgang
Stuchly dort seinen Doktortitel mit einer Arbeit zum Thema "Grundfragen
der politisch-operativen Abwehrarbeit zu Korrespondenten und Journalisten
des nichtsozialistischen Auslandes" erworben. Im Buch schreibt er über
die Spionageabwehr des MfS. Der einstige Redenschreiber Mielkes, "Oberst
a.D. Dr.jur." Reinhard Grimmer, schreibt über die Sicherheitspolitik der
SED und über die Aufgaben und Methoden der Abwehr. In seiner Dissertation
hatte er das am Beispiel der "Untergrundtätigkeit" der Schriftsteller
Siegmar Faust, Jürgen Fuchs, Stefan Heym und Wolfgang Biermann behandelt.
Dass den Absolventen der Stasi-Hochschule die dort erworbenen akademischen
Grade aberkannt sind, sei nur am Rande erwähnt. Auch ihre militärischen
Ränge versehen die Stasi-Offiziere zu Unrecht mit dem "a.D.". Ihr Buch
beweist das aufs trefflichste. Im schon erwähnten MfS-Insider-Interview
bekennen sie sich ausdrücklich zur Sprache, zu den speziellen Begriffen
und Ausdrucksweisen des Ministeriums für Staatssicherheit: "Die Autoren
konnten und wollten sich davon nicht lösen, oder gar in den Sprachstil
verschiedener Vergangenheitsbewältiger verfallen, der eher verfälschend
als wahrheitsfindend ist." In ihrer Lesart war denn auch der Staatssicherheitsdienst
ein "Rechtspflegeorgan". Bürgerrechtler werden grundsätzlich in Anführungszeichen
geschrieben. Die kirchlichen Friedensgruppen haben das biblische Symbol
Schwerter zu Pflugscharen "demagogisch vereinnahmt". Und indem die "Stasi-Jäger"
den damaligen Gegner aufwerteten, wollten sie die eigene Bedeutung heben.
Die Einschränkung des Rechts auf freie Meinungsäußerung, von der alle
DDR-Bürger massiv betroffen waren, rechtfertigen sie mit der Menschenrechtskonvention
des Europarates. Die Schnüffelei der "Schriftenfahnder", die tausendfach
Briefe von unbescholtenen Bürgern geöffnet und Schriftstücke untersucht
haben, auch durch die "Blutgruppenbestimmung von Speichelresten unter
Briefmarken", setzen sie gleich mit den modernen gentechnischen Verfahren
zur Identifizierung von Sexualstraftätern. Ich bezweifle, dass dieses Opus auch nur
den geringsten Wert für die Zeitgeschichtsforschung hat. Oder gar ein
"Kompendium über das MfS" ist, als das es die Autoren gern genutzt wissen
möchten. Sie alle waren und sind nicht nur Abwehr-, sondern auch Desinformations-Spezialisten.
Auch wenn sie sich betont sachlich und objektiv geben - bis auf gelegentliche
Ausfälle gegen Bürgerrechtler oder "Verräter" - verschweigen sie mehr
als sie enthüllen. Sie leugnen das Unrecht, an dem sie verantwortlich
beteiligt waren, noch immer. Was längst belegt und bezeugt ist - die Menschenrechtsverletzungen
der DDR, die Folter in den Stasi-Gefängnissen, die Zersetzungsmaßnahmen
des MfS, die systematische Zerstörung von Menschen, die Ausspähung des
eigenen Volkes - das alles hat es angeblich nie gegeben. Der Wahrheitsfindung
dient das Buch dieser "MfS-Insider" nicht. Allenfalls über die einstigen Führungskader
selbst spricht es Bände: über ihre völlige Uneinsichtigkeit und ihre geradezu
tragische Unfähigkeit zur Schulderkenntnis oder gar zur Reue. Sie rechtfertigen
den totalitären Sozialismus noch immer. Dass sie einem Unrechtsstaat gedient
und Unrecht getan haben, zu dieser Erkenntnis gelangen sie nicht. Nicht
einmal Ansätze dafür sind zu erkennen. Wenn überhaupt Fehler gemacht worden
sind, dann durch die SED-Führung, die sich die Erkenntnisse und Vorschläge
des MfS zur noch brutaleren Durchsetzung der "sozialistischen Demokratie"
nicht zu eigen gemacht hat. In einem Punkt allerdings muss man den Autoren
recht geben: dass nämlich die politische Verantwortung für das MfS bei
der SED gelegen hat. Diese Verantwortlichkeit ist nach der friedlichen
Revolution viel zu sehr aus dem Blickfeld geraten. So kam es, dass diese
Partei im wiedervereinigten Deutschland unbehelligt geblieben ist und
unter anderem Namen fortwirken konnte. Ihr Buch beschließen die Autoren mit einem
Zitat von Friedrich Engels über Revolutionen und Revolutionäre: "Wir haben
viel getan, was wir besser unterlassen hätten, und wir haben viel unterlassen,
was wir besser getan hätten, und deswegen ging die Sache schief." Nur
gut, dass die Stasi-Revolutionäre eine zweite Chance nicht haben werden.
© Konrad
Weiß 2002 Reinhard Grimmer, Werner
Irmler, Willi Opitz, Wolfgang Schwanitz (Hrsg.): Berlin,
31. Mai 2002 Zum zehnjährigen Bestehen des Stasi-Unterlagen-Gesetzes
(StUG) erklärten Ende vergangenen Jahres Vertreter aller Parteien im Deutschen
Bundestag, daß sich die bisherige Aufarbeitung der Stasi-Unterlagen bewährt
habe. Im März 2002 beendete das Bundesverwaltungsgericht jedoch nach der
Klage Helmut Kohls diese erfolgreiche Form der gesellschaftlichen Auseinandersetzung
mit der eigenen Geschichte: Entgegen der bewährten archivischen, wissenschaftlichen
und journalistischen Praxis dürfen Informationen zu Personen der Zeitgeschichte,
Amtsträgern und politischen Funktionären jetzt nur noch mit deren Zustimmung
verwendet werden. Informationen zu Verstorbenen sind gar nicht mehr zugänglich.
Diese Rechtsauslegung bedeutet das schleichende Ende der Auseinandersetzung
mit der zweiten deutschen Diktatur. Anläßlich der Anhörung des Bundestags-Innenausschusses
Ende April 2002 sprachen sich Historiker, Juristen, Datenschützer und
Vertreter der Opferverbände mehrheitlich für eine Änderung des umstrittenen
§ 32 StUG sowie eine Streichung des die Vernichtung von Originalmaterial
ermöglichenden § 14 StUG aus. Eine Anonymisierung oder Vernichtung von
Archivgut im Original führt zu einer Entwertung des Gesamtbestandes und
ist daher unbedingt zu verhindern. Eine angemessene rechtliche Lösung
zur Wiederherstellung der bisherigen erfolgreichen Praxis der Gauck-Behörde
bei gleichzeitiger Berücksichtigung der berechtigten Interessen Betroffener
wäre die Streichung des streitbefangenen Halbsatzes "soweit sie nicht
Betroffene oder Dritte sind" in § 32 StUG. Unterlagen aus dem Privat-
und Intimbereich der Prominenten und Funktionäre bleiben selbstverständlich
weiterhin tabu. Eine Novellierung des Gesetzes ist noch in
dieser Legislaturperiode nötig! Sachfremde Interessen einzelner Politiker
und der in diesem Zusammenhang mißverständlich ins Feld geführte Begriff
des Opferschutzes sorgen ansonsten für das Ende der Aufarbeitung der DDR-Vergangenheit.
Die Interessen der Opfer der SED-Diktatur werden jedoch nur durch eine
weitere journalistische und wissenschaftliche Aufarbeitung der Vergangenheit
gewahrt. Ohne den authentischen Zugang zu den Stasi-Akten würden heute
die "Offenbarungen" ehemaliger Systemträger die wichtigste zeithistorische
Quelle darstellen. Eine falsche Rücksichtnahme auf tagespolitische Interessen
würde jetzt jenen zu einem Sieg verhelfen, denen die Aufdeckung der SED-Repression
schon immer zuwider war. Bürgerkomitee Leipzig e.V.
für die Auflösung der ehemaligen Staatssicherheit (MfS), Union der Opferverbände kommunistischer
Gewaltherrschaft e.V. (UOKG), Genslerstraße
66, Bürgerbüro e.V.,
Verein zur Aufarbeitung von Folgeschäden der SED-Diktatur, Bernauer Str.
111, 13355 Berlin; Tel. 030/4634806, Fax: 030/4635718; e-mail: buergerbuero@berlin.sireco.net Unabhängiger Historikerverband e.V.,
c/o Dr. Gerd Dietrich, Albertstr. 44, 15370 Petershagen Bürgerkomitee "15. Januar" e.V.,
Ruschestr. 103, Haus 1, 10365 Berlin; Matthias-Domaschk-Archiv,
Schliemannstr. 23, 10437 Berlin; Tel: 030/44710822, Fax: 030/44710829,
e-mail: mdomaschk@havemann-gesellschaft.de; Internet: www.havemann-gesellschaft.de Ehrenpension für Widerstand
gegen den Kommunismus Die Verbände und Vereine der Verfolgten des
Kommunismus stellen fest: Das gesellschaftliche Klima der Bundesrepublik
Deutschland steht einer grundsätzlichen Wahrnehmung des Kommunismus als
Diktatur noch immer entgegen. Der Widerstand gegen den Kommunismus wird
noch immer nicht in gleicher Weise gewürdigt, wie der gegen den Nationalsozialismus. Die CDU und die CSU haben einen Gesetzentwurf
vorgelegt, der von der FDP unterstützt wurde. Er enthält: l
Ehrenpension für politisch Verfolgte der zweiten deutschen Diktatur. l
Erhöhung der Haftentschädigung l
Einbeziehung der Zivildeportierten in die Wiedergutmachung. Diese Maßnahmen sind geeignet,
die schlimmsten Defizite in der Würdigung des antikommunistischen Widerstandes
und in der Wiedergutmachung zu beheben. Wir erwarten, daß SPD und GRÜNE
sich diese Forderungen zu eigen machen. Sie können ein wirksames Zeichen
sein, daß sich Zivilcourage auch in schwerer Zeit lohnt. DIE
WAHLAUSSAGEN
DER PARTEIEN
ZUR DDR-GESCHICHTE Bärbel Bohley 10119 Berlin Sehr geehrter Herr Möllemann, In der Diskussion um das Amt des Bundespräsidenten
habe ich mich sowohl für Frau Hamm-Brücher als auch für Herrn Bubis eingesetzt.
Aber bereits damals sagte ich, dass es wohl unwahrscheinlich sei, dass
Ignaz Bubis in dieses Amt gewählt werden würde, weil die Folgen der beiden
totalitären Systeme in Deutschland noch lange nicht überwunden seien.
Die Zeit gab mir recht. Jüdische Einrichtungen, die immer mehr Hochsicherheitstrakten
gleichen, sind in den letzten Jahren zur Normalität geworden... Dass aber gerade ein Liberaler, dem allen
die Spitze aufsetzen würde, habe ich mir nicht träumen lassen. Nach Ihren
Äußerungen zum palästinensisch-israelischen Konflikt, die inzwischen hinreichend
in der Öffentlichkeit bekannt sind und der durch Sie forcierten Aufnahme
von Jamal Karsli in Ihren Landesverband, konnte man meinen, Sie seien
ein liberal verkappter Antisemit. Das glaubte ich bis zu Ihren jüngsten
Äußerungen nicht, sondern eher, dass Ihnen alles recht ist, um Ihre Interessen
durchzusetzen. Das aber nenne ich nicht antisemitisch, sondern lumpig,
Unter dem Mäntelchen der Meinungsfreiheit forderten Sie, dass Ihre Ausfälle
nicht als antisemitisch, sondern als Kritik an Israel verstanden werden.
Macht ohne Moral, Politik ohne Verantwortung,
Vergangenheitsbewältigung ohne Parteinahme für die Opfer, Demokraten ohne
Prinzipien, Freiheit und Menschenrechte als ausgehöhlte Werte - in diesem
Dunstkreis haben Sie nun auch die Katze aus dem Sack gelassen Sie kennen den grauenhaften Teil unserer
Geschichte sehr gut. Sie wissen sehr genau, dass es zunehmend antisemitische
Übergriffe gibt. Die abscheulichen Vorkommnisse in Frankreich, Belgien,
Holland, Spanien, Finnland, auch in Deutschland, belegen das. Noch ist
der Antisemitismus tabuisiert, aber die Brandstifter stehen bereit. Ich
zähle Sie dazu! Kritik ist in der Demokratie immer und an
allem, auch an Israel, erlaubt, aber Brandstiftung nicht! Als langjähriger
Präsident der Deutsch-Arabischen Gesellschaft sind Sie den arabischen
Ländern durch die mannigfaltigsten Interessen verbunden. Doch welches
Interesse haben Sie am Nahostkonflikt? Ohne generelle Verdammung des Terrors
und ausdrückliche Verurteilung der palästinensischen Terrorakte, ohne
Kritik daran, dass die Palästinenser einen Teil ihrer jungen Generation
in den Selbstmord treiben, ist Kritik an der israelischen Politik, vor
allem von uns Deutschen, diffamierend und ignoriert die Tragik des Nahostkonflikts.
Sie gießen Öl ins Feuer des aufflackernden Antisemitismus. Wenn Sie sagen,
dass niemand den Antisemiten in Deutschland mehr Zulauf verschafft hat
als Scharon und Michael Friedmann mit seiner intoleranten und gehässigen
Art, zeigen Sie Ihr wahres Gesicht. Entschuldigung Herr Möllemann, Sie sind kein
Lump, sondern agieren wie ein lumpiger Antisemit. Ich habe keine Angst
vor Rechts- oder Linksextremen, vor Antidemokraten oder Populisten. Ich
habe Angst davor, dass deren Programme und Aktionen von Demokraten nicht
ernstgenommen und inhaltlich bekämpft werden. Besondere Angst aber habe
ich davor, dass in den demokratischen Parteien Politiker das Sagen bekommen,
die aus machtpolitischem Kalkül bereit sind, Leute wie Sie zu tolerieren..
Dies wird zur größeren Gefahr für die Demokratie als jemand wie Sie. Herr Möllemann, Sie haben zwar erfolgreich
Wählerstimmen eingefahren und in achtzehn Jahren einen ganzen Landesverband
möllisiert, aber Sie habenkeine Koordinaten mehr! Sie riskieren nicht
die Spaltung der FDP, Sie wollen sie. Sie boykottieren bewusst die warnenden
Stimmen in der Öffentlichkeit und Ihrer Partei, so dass die Chance der
FDP, wieder eine größere politische Rolle zu spielen, sich in Luft auflösen
wird, denn noch gibt es genug Wähler in diesem Land, die die laxe Reaktion
der politischen FDP-Führung Ihnen gegenüber nicht honorieren und als Wahlkampfspaß
abtun werden. Aber vielleicht wollen Sie das ja, um der nächste Kanzlerkandidat
der FDP- Nordrhein-Westfalen zu werden? Ich wünsche dem FDP-Parteivorstand, dass
er ungeachtet der bevorstehenden Wahlen, die Auseinandersetzung mit Ihnen
nicht scheut und sich eindeutig positioniert. Wegschauen ist keine Tugend!
Kleinreden keine Leistung! 18 Prozent sind ohne Sie erreichbar! Ich wünsche Ihnen, dass Ihnen von den Freien
Demokraten gezeigt wird, dass ein Politiker wie Sie nicht in eine liberale
Partei gehört. Ich wünsche mir, dass ich mein Engagement für die FDP nicht
bereuen muss. Ich fordere Sie auf, zurückzutreten. Bärbel Bohley Presseerklärung
Berlin, den
2. 5. 2002 Dopingopfer-Hilfegesetz - Nur Politikergeste! Der Sportausschuß des Deutschen Bundestages
hat einen Gesetzentwurf vorgelegt, der eine einmalige Entschädigung für
Opfer der kriminellen Doping-Praxis im DDR-Sport vorsieht. Diese Menschen sind Opfer der zynischen Überlegenheitsideologie
ostdeutscher Diktatur geworden. Da der Westen wirtschaftlich nicht überholt
werden konnte, mußte der Sport Dominanz zeigen. Dies lag ebenso in der
Logik des "real existierenden Sozialismus" wie das Grenzregime und das
politische Strafgesetzbuch. Daher sind die Opfer des systematischen, staatlich
angeordneten Dopings in der DDR Opfer staatlicher Gewalt. Die im Gesetzentwurf des Sportausschusses
vorgesehenen einmaligen Entschädigungszahlungen von 2000 bis 4000 Euro
können in den Schicksalen biografisch dauerhafter physischer und psychischer
Not nicht wirksam helfen. Durch den "Akt einmaliger Anerkennung von
Schäden aus der DDR" sollen weitere Ansprüche der Doping-Betroffenen ausgeschlossen
werden. Doch diese unverhältnismäßige Politikergeste steht in keiner Korrelation
zu den drastischen, meist irreversiblen Schäden der Opfer. Dr. Ehrhart Neubert, Bürgerbüro e.V. Presseerklärung Louise-Schröder-Medaille an Daniela Dahn: Daniela Dahn erhält am Mittwoch die Louise-Schröder-Medaille
der Stadt Berlin. Das Bürgerbüro protestiert dagegen entschieden. Frau
Dahn verspottet mit der Formulierung von der "hochdotierten Opferrolle"
nicht nur die Betroffenen, sondern auch das, wofür sie gelitten haben:
Freiheit und Demokratie. Wir bedauern, daß dieser Preis, der für Verdienste
um Demokratie, Frieden und Gerechtigkeit ausgesetzt wurde, entwertet wird.
Die Stadt Berlin bringt sich damit um ein Instrument der Förderung dieser
Grundwerte. Für Frau Dahn ist die Freiheit der Medien
und der Meinungen eine Gefahr. "Die überzogene Vielfalt [zerstört] den
öffentlichen Diskurs und führt zur Entdemokratisierung." schreibt sie
in ihrem Buch "Westwärts und nicht vergessen", das Frau Hanna-Renate Laurien
als "Schmähung der Demokratie" bezeichnet. Wir haben tiefes Verständnis für die Entscheidung
von Frau Laurien, die Medaille zurück zu geben, wenn Frau Dahn tatsächlich
ausgezeichnet wird. Wir fordern den Senat auf, nicht durch die Verleihung
einer solchen Auszeichnung die Verfolgten der Diktatur und die Demokratie
zu verhöhnen. Dr. Ehrhart Neubert Berlin, den 09. Oktober 2001
Berlinerinnen und Berliner, wählt weder die
PDS noch solche Taktiker in demokratischen Parteien, die die PDS an der
Macht über die Stadt Berlin beteiligen wollen. Manche Politiker in der
SPD und bei den Grünen wollen die flott umbenannte totalitäre SED/PDS-Kröte
schlucken, aber doch nur, weil sie selbst offensichtlich auf Teufel komm
raus an den Fleischtöpfen der Macht bleiben wollen. Laßt Euch die Erinnerungen mit dem Real-Existierenden
Sozialismus nicht von geschminkten Politikern in talkshow-Manier wegquasseln.
Wählt eine freiheitliche Zukunft ohne den taktischen Pakt mit den demokratisch
zwangsumgetauften Erben der Diktatur. Jedes Kind in Berlin weiß: Die neu kostümierten
Kader der SED sind die alten Verderber gerade dieser Stadt. Die souveränen
Wähler sollten wenigstens in Deutschlands Metropole, die gerade wieder
eine offene und freie Weltstadt werden will, diesem entmachteten Unterdrückerpack
lieber noch eine historische Frist zum Umlernen und zum Umdenken ermöglichen.
Berlinerinnen und Berliner,
stimmt für das bunte demokratische Sein und gegen den rosaroten Schein! Bärbel Bohley, Wolf Biermann Thomas Auerbach, Historiker, Prof. Arnulf
Baring, Berlin, Prof. Karlheinz Blaschke, Friedewald, Reinhard Buthmann,
Historiker, Bernd Eisenfeld, Historiker, Gerhard Finn, Vorsitzender der
UOKG, Hans-Joachim Föller, Journalist, Lilo Fuchs, Berlin, Heinz Gerull,
Kurt-Schumacher-Kreis, Esther M. Ullmann-Goertz, Theologin, Joachim Goertz,
Pfarrer, Roman Grafe, Journalist, Katja Havemann, Grünheide, Prof. Ines
Geipel, Berlin, Gerold Hildebrand, Student, Günter Jeschonnek, Regisseur,
Dirk Jungnickel, Regisseur, Freya Klier, Regisseurin, Hermann Kreutzer,
Kurt-Schumacher-Kreis, Wolfgang Kupke, Halle, Manfred Krug, Schauspieler,
Doris Liebermann, Journalistin, György Ligeti, Komponist, Susanne Litzel,
Kulturkreis der deutschen Wirtschaft im BDI, Dr. Maria-Beate v. Loeben,
Würzburg, Prof. Peter Maser, Telgte, Steffen Lutz Matkowitz , Kabarettist
( Kabarett Leipziger Brettl), Dr. Ehrhart Neubert, Historiker, Hildigund
Neubert, Berlin, Tatjana Herzogin v. Oldenburg und Konstantin Herzog von
Oldenburg, Christian Petzoldt, Betriebsratsvorsitzender, Dr. Magret Popp,
Würzburg, Prof. Dr.-Ing. Wolfgang Popp, Merseburg, Utz Rachowski, Schriftsteller,
Siegfried Reiprich, Wissenschaftlicher Mitarbeiter Gedenkstätte Hohenschönhausen,
Dr. Ekkehart Rudolph, Journalist, Udo Scheer, Geschichtswerkstatt Jena,
Roger Servais, Bildender Künstler, Hans Georg Soldat, Journalist, Prof.
Wolfgang Schuller, Konstanz, Wolfgang Templin, Publizist, Gisela Uschkureit,
Puppenspielerin, Joachim Walther, Schriftsteller, Prof. Michael Wolffsohn,
Historiker, Hans-Eberhard Zahn, Diplompsychologe u.v.a. Berlin, den
21.September 2001 Presseerklärung SED/PDS finanzierte islamisch-arabischen
Extremismus Hildigund Neubert, Mitarbeiterin
des Bürgerbüros erklärte, es sei nötig, angesichts der antidemokratischen
amerika- und israelfeindlichen Tradition der SED/PDS und ihrer aktuellen
"Friedenspropaganda" an folgende Tatsachen zu erinnern: Die DDR setzte Zionismus mit Rassismus gleich
und unterstütze 1975 massiv die Antizionismusresolution der UN, nachdem
durch ihre repressive Politik bereits in den 50er Jahren der Großteil
der jüdischen Überlebenden aus der SBZ/DDR zur Flucht in den Westteil
gezwungen gewesen sei. 1986 händigte die Stasi den von ihr sichergestellten
Sprengstoff einem arabischen Terroristen wieder aus, im Wissen darum,
daß dieser die Westberliner Diskothek La Belle zerstören sollte, drei
Menschen starben, viele wurden schwer verletzt. Am 31. Mai 1990 - einem Tag vor Inkraftreten
des neuen Parteiengesetzes - überwies die SED/PDS unter dem Vorsitz von
Gregor Gysi der soeben erst gegründeten islamisch-religiösen Tarnorganisation
"Islamische Religionsgemeinschaft der DDR" 75 Millionen DDR-Mark. Vorsitzender
war der zwielichtige jordanische Waffenhändler mit DDR-Pass Abdel Younes,
ein Geschäftspartner Schalck-Golodkowskis, der im Internationalen Handelszentrum
sein Büro unterhielt und als Verbindungsmann zwischen SED, PLO und nahöstlichen
Terrororganisationen fungierte. Zeitgleich erhielt Younes ein Darlehn von
der PDS in Höhe von 52 Millionen DDR-Mark für den Betrieb von drei Hotels
sowie 26 Millionen Mark für die Einrichtung eines Reisefonds, der 3000
Reisen für PDS-Funktionäre organisieren sollte. Der PDS-Sprecher Hanno Harnisch erklärte
dazu 1996, man habe das Geld dem 'staatlichen Zugriff' entziehen wollen. Der vom Verfassungsschutz als extremistisch
eingestufte Verein Milli Görus errang recht schnell die Mehrheit dieser
PDS-nahen Organisation. Die PDS habe, so Neubert, 1990 also genau
das getan, was heute nach den Anschlägen in New York und Washington auf
Vorschlag von Innenminister Otto Schily durch die Abschaffung des Religionsprivilegs
im Vereinsrecht verhindert werden soll. Sie habe die islamische Religion
als Deckmantel mißbraucht. Unter der Führung von Gregor Gysi habe die
PDS eine Tarnorganisation mit islamisch-religiöser Fassade gegründet,
deren Zweck offenbar darin bestand, Geld auf die Seite zu schaffen und
kriegerische Aktivitäten im Nahen Osten zu finanzieren. Erst im Dezember 1998 konnte die Bundesrepublik
vor dem Bundesverwaltungsgericht ihren Anspruch auf diese Millionen nach
dem DDR-Parteiengesetz durchsetzen. Hildigund Neubert forderte angesichts dieser
Fakten und der aktuellen sicherheitspolitischen Lage den Verfassungsschutz
auf, die Verbindungen der SED/PDS unter der damaligen Führung Gysis zu
islamistischen Terrororganisationen und die damit im Zusammenhang stehenden
finanziellen Transaktionen restlos aufzuklären. Der Bevölkerung müsse bewußt gemacht werden,
welcher Sprengstoff sich in der Annäherung von NPD und Anhängern der PDS
in der Bewertung der Ereignisse von New York verbirgt. Der extremistische
Konsens lautet: Amerika selbst hat durch die von ihm beherrschte imperialistische
Globalisierung den Terror zu verantworten. Als Beispiel zitierte sie aus
dem "Neuen Deutschland": "Die Taleban...haben sich längst zu einer Speerspitze
des Kampfes gegen den westlichen Imperialismus gemausert...Es ist ein
Irrtum zu glauben, die Fundamentalisten würfen vor allem mit Bomben um
sich. Sie kümmern sich um die Nöte der Menschen" (Leserbrief vom 18.9.01). Diese antiwestlichen Ressentiments würden
durch die PDS weiterhin bewußt gestärkt. Neubert erinnert u.a. an den
persönlichen Unterstützungsbesuch Gregor Gysis bei dem bereits damals
international gesuchten Kriegsverbrecher Slobodan Milosevic und ihren
freundschaftlicher Händedruck. Das Bürgerbüro
Berlin lädt ein: Das Symposium thematisiert bisher kaum bekannte
Aspekte von gewalttätigen Bevölkerungsbewegungen während und nach dem
Zweiten Weltkrieg in Mitteleuropa. Unwissenheit oder ein verengter Blickwinkel
rücken noch immer Verfolgte in politische Randsituationen, ignorieren
Leid und Unrecht, sobald diese sich als ideologisch unbequem erweisen.
Das Symposium fühlt sich der historischen Wahrhaftigkeit verpflichtet
und will die Sensibilität für die Gefährdung von Frieden und Rechtssicherheit
durch ethnisch und politisch motivierte "Säuberungen" stärken - auch und
gerade vor dem Hintergrund eines latenten Extremismus. Eröffnungsabend am 9. November
um 19.30 Uhr in der Französischen Friedrichstadtkirche Konzert des Kammermusik-Ensembles MEMORIAL
St. Petersburg Festvortrag: Wozu Erinnerung? Vladimir Eduardovic
Schnittke, Das Symposium ist eine gemeinsame Veranstaltung
von Bürgerbüro Berlin e. V., Zentrum KARTA Warschau, Memorial Deutschland
e. V. BÜRGERBÜRO e.V., Mai 2001 In Deutschland liegt etwas schief:
Informationen
und Aktuelles
UNSERE FRÜHEREN PRESSEERKLÄRUNGEN hier: (2002)
und (2001)
Bürgerbüro
Verein zur Aufarbeitung von Folgeschäden der SED-Diktatur
vor 10 Jahren gegründet
Anlässlich seines 10-jährigen Bestehens gibt das Bürgerbüro
im Sommer diesen Jahres eine Schrift heraus, in der Mitglieder und
Mitarbeiter des Bürgerbüros Aspekte der Aufarbeitung, die
heutige Situation der ehemals Verfolgten und aktuelle Menschrechtsfragen
erörtern.
(Vorsitzender)
(stellv. Vorsitzender)
Expertenkommission
„Geschichtsverbund zur Aufarbeitung der SED-Diktatur“
gez. Dr. Helmut Nicolaus (Stellv. Vorsitzender)
Andreas Bertram
Freya Klier
Dr. Uwe Lehmann-Brauns
Vera Lengsfeld
Siegfried Reiprich
Bürgerbüro tief betroffen über
den Tod des Altbundespräsidenten
Dr. Ehrhart Neubert (stellvertretender Vorsitzender)
Ralf Hirsch
Dr. Uwe Lehmann-Brauns
Vera Lengsfeld
Dr. Helmut Nicolaus
Siegfried Reiprich
Konrad Weiß
(alle Vorstand)
Bundesverfassungsgericht verfehlt erneut die
Rechtsgrundlagen des wiedervereinten Deutschlands
Unbestreitbar auf Grund der Aktenlage ist die Registrierung von Manfred
Stolpe durch das Ministerium für Staatssicherheit als IMB (=Inoffizieller
Mitarbeiter mit Feindkontakt) Sekretär unter der Nummer
IV/1192/64. Umfangreiche Akten dokumentieren 20 Jahre Zusammenarbeit.
Stolpe räumte diese für ihn vorteilhaften Kontakte ein.
Vorsitzende
stellvertretender
Vorsitzender
BÜRGERBÜRO e. V.
Verein zur Aufarbeitung von
Folgeschäden der SED-Diktatur
Bernauer Str. 111 13355 Berlin
Bundesminister des Auswärtigen
Joseph Fischer
Werderscher Markt 1
11013 Berlin
Resolution gegen die Ausgrenzung der Opposition in Kuba
Die Europäische Union steht in Verhandlungen mit Kuba, das sich um
eine Normalisierung der diplomatischen Beziehungen zu den europäischen
Staaten bemüht. Es ist bisher zu keiner einheitlichen Lösung
gekommen. Kuba hat die Normalisierung nur Staaten gewährt, die keine
Oppositionellen mehr in ihre Botschaften einladen.
Das kommunistische Regime in Kuba ist nach wie vor ein staatsterroristisches.
Flüchtlinge und Fluchthelfer werden hingerichtet, Dissidenten und
Andersdenkende werden unter unmenschlichen Bedingungen gefangen gehalten,
die Bevölkerung in Zwängen und Unmündigkeit gefesselt.
Wer zur damaligen DDR-Opposition gehörte, weiß, wie sehr die
Wahrnehmung im Ausland Oppositionelle in sozialistischen Diktaturen schützt.
Da die DDR-Regierung Castro stets unterstützt hat, wissen wir uns
in einer besonderen Verantwortung. Wir bitten Sie deshalb dringend, eine
Instrumentalisierung der europäischen Botschaften für die Unterdrückung
der kubanischen Opposition zu verhindern.
Mit dem Verzicht, kubanische Oppositionelle in ihre Botschaften einzuladen,
machen sich die freien Länder zu Vollstreckern der typischen Abgrenzungspolitik
Castros. Sie sprechen der kubanischen Opposition den Status einer legitimen
politischen Kraft ab und nehmen ihr die Möglichkeit der internationalen
Kommunikation. Darauf aber ist die Opposition in einem Land, in dem es
keine gesetzliche Grundlage für oppositionelle Politik gibt, existentiell
angewiesen. Die Botschaft der Bundesrepublik Deutschland in Kuba ist selbstverständlich
dem Grundgesetz unterworfen und hat die Gleichheit und Würde aller
Menschen, ihre Meinungsfreiheit und Selbstbestimmung zu achten. Diese
Grundnormen politischen Handelns demokratischer Länder werden hier
verletzt.
Wir erkennen in diesem politischen Agieren gegenüber der kommunistischen
Terrordiktatur in Kuba Restbestände einer Revolutionsromantik Intellektueller,
die die Freiheitsbewegungen in den kommunistischen Ländern schon
seit dem Ende der sechziger Jahre ignoriert haben. Länder wie Tschechien,
die Slowakei und Polen, die die Praxis des Kommunismus durchlitten haben
und sich in den Revolutionen von 1989 davon befreiten, verweigern dem
Diktator diese Art der Normalisierung.
Wir bitten Sie, uns und die Öffentlichkeit umfassend darüber
zu informieren, welche weiteren Vergünstigungen diplomatischer, wirtschaftlicher
oder finanzieller Art dem kubanischen Regime zugestanden wurden.
Wir bitten Sie, die Deutsche Botschaft in Havanna wieder für die
demokratische Opposition Kubas zu öffnen und die demokratischen Kräfte
im Lande nach bestem Vermögen zu unterstützen.
Mit freundlichen Grüßen:
Bärbel Bohley, Vorsitzende Bürgerbüro e.V.
Dr. Ehrhart Neubert, stellvertretender Vorsitzender des Bürgerbüro
e.V.
Hildigund Neubert, Landesbeauftragte für die Stasiunterlagen im Freistaat
Thüringen
Vera Lengsfeld, Vorstand Bürgerbüro e.V., DDR-Dissidentin
Rainer Eppelmann, Bürgerbüro e.V., DDR-Dissident
Siegfried Reiprich, Vorstand Bürgerbüro e.V., DDR-Dissident
Dr. Helmut Nicolaus, Vorstand Bürgerbüro e.V.
Prof. Ines Geipel, Vorsitzende des Autorenkreises der Bundesrepublik
Freya, Klier, Autorin und DDR-Dissidentin
Lutz Rathenow, Schriftsteller und DDR-Dissident
Kurt Drawert, Schriftsteller
Claudia Rusch, Schriftstellerin
Udo Scheer, Publizist und DDR-Dissident
Bernd Wagner, Schriftsteller
Dr. Uwe Bastian, Bürgerbüro e.V., DDR-Dissident
Reinhard Linde, Historiker
Reinhard Klingenberg, DDR-Dissident
Reinhard Dobrinski, Forum zur Aufklärung und Erneuerung
Mario Falcke, Spurensuche e.V., DDR-Dissident
Roland Brauckmann, Sozialer Friedensdienst Dresden
Hans-Eberhard Zahn, Psychologe, Stasihaftopfer
Prof. Dr. Heinz-Uwe Haus, Autorenkreis der Bundesrepublik
Antje Falk, Bürgerbüro e.V.
Michael Haufe, Bürgerbüro e.V.
Dr. Hans Krech, Autorenkreis der Bundesrepublik
Margret Popp, Bürgerbüro e.V.
Wolfgang Kupke, Bürgerbüro e.V:
Bernd Stichler, Bundesvorsitzender Vereinigung der Opfer des Stalinismus
Dietmar Mokros, stellv. Bundesvorsitzender Vereinigung der Opfer des Stalinismus
Hugo Diederich, stellv. Bundesvorsitzender Vereinigung der Opfer des Stalinismus
Hartmut Bartmuß, Pfarrer
Katrin Passens, Politikwissenschaftlerin
Jens Planer-Friedrich, Bürgerbüro e.V.
Maria Nooke, DDR-Opposition
Doris Liebermann, Journalistin, DDR-Opposition
Ein Kinderheim für Kriegskinder aus Bosnien-Herzegowina.
Wir würden uns freuen, wenn Sie/Ihr Interesse für dieses Projekt
zeigt, und eine kleine Spende an den gemeinnützigen Verein Seestern
e.V. leistet, der das Projekt trägt. Alle Spenden sind steuerlich
absetzbar - Spendenquittung wird gerne zugesandt.
Mehr Informationen finden Sie
hier:
> Verein Seestern e.V.
> Kennwort "Projekt Seestern"
> Kto.Nr. 1018229036
> Bankleitzahl 100 900 00
> Berliner Volksbank
Stasiunterlagen-Behörde entwickelt habe, sei «völlig inakzeptabel»
wie das Konzept selbst, so Weiß zur Netzeitung.
Das am Freitag bekannt gewordene Arbeitspapier zur Auflösung der
Bundesbehörde für die Stasiunterlagen ist für den früheren
DDR-Bürgerrechtler Konrad Weiß «gesetzwidrig» und
«völlig inakzeptabel». Die Bundesbehörde erfülle
auf der Basis des deutschen Einigungsvertrags einen Verfassungsauftrag,
«den ein Minister nicht einfach im Alleingang übergehen kann»,
sagte der Publizist, Regisseur und Mitgründer der Bürgerbewegung
«Demokratie Jetzt», der der letzten DDR-Volkskammer und von
1990 bis 1994 auch der Grünen-Fraktion des Bundestages angehörte,
der Netzeitung. Es sei allein Sache des Bundestages, über die Zukunft
der Birthler-Behörde zu bestimmen.
Weiß unterstellt, dass es für das Arbeitspapier eines Staatssekretärs
bei der Kulturstaatsministerin Christina Weiss einen Auftrag auch des
Bundesinnenministers Otto Schily gegeben habe, dessen Haltung zur Bundesbehörde
für die Stasiunterlagen seit jeher gespannt und von Starrsinn geprägt
sei. Das Arbeitspapier sei ein «beispielloser Vorgang», der
dokumentiere, wie wenig Schily von Gesetzen halte, so Weiß.
Weiß trat im Gespräch mit der Netzeitung dafür ein, die
Zukunft der Birthler-Behörde an den Interessen der Betroffenen zu
orientieren. Daher ist es aus seiner Sicht «um mindestens zwanzig,
dreißig Jahre zu früh», die Stasiunterlagen wie ganz
normale staatliche Akten zu behandeln und dem Bundesarchiv oder Landesarchiven
zu übergeben, wie es in dem Arbeitspapier vorgeschlagen wird. Der
Auftrag der Behörde sei die Offenlegung der Akten für die Betroffenen,
die im Rahmen der Archivgesetzgebung nicht mehr möglich wäre,
so Weiß. Die Übertragung der Akten ans Bundesarchiv wäre
somit eine «politische Entscheidung, die den Intentionen der Bürgerbewegung
entgegen liefe, die die Öffnung erkämpft hatte».
Weiß äußerte Verständnis für die Kritik des
Berliner SED-Forschers Manfred Wilke, der in der Netzeitung beklagt hat,
dass es ein «Sonderrecht» für den Zugang zu Stasiunterlagen
gebe, das die Forschung erschwere. Wer ernsthaft forschen wolle, komme
in der Regel auch an die Informationen, die er brauche, meint Weiß.
Das «höhere Gut» sei jedoch der Auftrag der Behörde,
die «unbegrenzte Einsichtnahme für die Betroffenen zu gewähren».
Sie werde darin ohnehin durch das restriktive Urteil zur Öffnung
der Akte von Altkanzler Helmut Kohl behindert.
Es sei «nicht zwingend», DDR-Gedenkstätten und Stasiunterlagen-Behörde
in eine Hand zu überführen, kritisierte Weiß den vergangene
Woche angekündigten Wechsel der Dienstaufsicht über die Behörde
vom Innenministerium zur Kulturstaatsministerin, die für die Gedenkstätten
zuständig ist. «Die Gedenkstätten gehören in einen
Bereich, das ist sinnvoll», sagte Weiß. Die Birthler-Behörde
habe jedoch «unterschiedliche Aufgaben». Es gebe auch zur
NS-Zeit eigenständige Archive ohne Anbindung an Gedenkstätten.
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Netzeitung GmbHPressemitteilung
vom 10. Dezember
2004
Konrad Weiß Vorstand
Siegfried Reiprich Vorstand
Dr. Helmut Nicolaus Vorstand
Pressemitteilung
vom 10. Oktober 2004
Konrad Weiß:
Einmal Verlierer - immer Verlierer?
Vor einigen Tagen lernte ich bei einer Tagung zwei junge Autorinnen kennen,
die sich in ihrem Erstlingsbuch auf ganz unterschiedliche Weise mit der
deutschen Einheit befassen. Beide zählen zur Generation 89, zur Generation
derer, die mit der Wiedervereinigung erwachsen geworden sind. Claudia
Rusch, die Ostdeutsche, hat ein wunderbares Buch über ihre Kindheit
in der DDR und ihr Erwachsenwerden in Deutschland geschrieben - erlebte
Geschichten, warmherzig und ganz ohne Sentimentalität. Auch Susanne
Leinemanns Buch ist autobiographisch. Die Westdeutsche hat sich frühzeitig
für die DDR interessiert - nicht für den Staat, sondern für
die Menschen. Für sie war 1989 die Stunde ihrer Generation, die Stunde
der Jugend. Beide jungen Frauen haben damals das Land ihrer Kindheit verloren.
Aber es ist kein Verlust, dem sie nachtrauern. Für sie ist das wiedervereinigte
Land Heimat, auch wenn sie das so wohl nicht sagen würden.
Für mich waren die beiden Bücher, die ich am Tag der deutschen
Einheit auf einer langen Bahnfahrt gelesen habe, eine Entdeckung, weil
sie so ganz ohne Jammern und Vergangenheitsverklärung auskommen.
Ohne das Jammern im Westen über die hinausgeworfenen Milliarden.
Und ohne die Nostalgie im Osten, wo sich viele die DDR posthum schönreden.
Die beiden jungen Frauen zeigen, daß man das wiedervereinigte Land
auch einfach annehmen kann. Daß man es als Chance und vielleicht
auch als Glück begreifen und versuchen kann, das Beste daraus zu
machen. Ich bin überzeugt, so wie sie denken viele, auch wenn uns
Meinungsumfragen und Medien oft etwas anderes weismachen wollen.
Seit Jahren werden uns regelmäßig die astronomischen Summen
aufgetischt, die die Wiedervereinigung gekostet haben soll. Diesmal war
es eine Summe jenseits der Billionengrenze; auf ein paar hundert Milliarden
mehr oder weniger kommt es den Stimmungsmachern nicht an. Glaubt man ihnen,
so sind die Westdeutschen per se Verlierer der Einheit, sie hätten
schließlich das ganze Schlamassel bezahlt. Doch das ist eine Milchmädchenrechnung;
auf der Habenseite steht keineswegs ein Minus, auch ökonomisch nicht.
Denn die Maueröffnung hat der westdeutschen Wirtschaft auch 16 Millionen
Konsumenten beschert, hat für ein Jahrzehnt Arbeitsplätze in
der alten Bundesrepublik gesichert und dafür gesorgt, daß der
Wirtschaftswunderwohlstand für sieben weitere fette Jahre erhalten
blieb. Die Reformen, die jetzt notwendig werden, waren schon Ende der
achtziger Jahre überfällig. Dank des Mauerfalls konnte man sie
weiter aufschieben. Ob das klug war, ist eine andere Frage. Wir hätten
die Wiedervereinigung ja auch zur gründlichen Erneuerung des ganzen
Landes nutzen können. Doch die das damals wollten, wurden ausgelacht.
Doch es gibt tatsächlich Verlierer der Einheit. Und hier meine ich
nicht die SED-Eliten, die ihre Privilegien verloren haben und auf einmal
Menschen sind wie du und ich. Ich meine auch nicht die vielen Arbeitslosen
und Entwurzelten, die nach 1989 nie eine Chance mehr hatten oder mit der
neuen Freiheit nichts anzufangen wußten. Auch nicht die Jungen,
die ohne Glauben und ohne Ideale aufwuchsen und nun den roten und braunen
Verführern hinterherlaufen. Sie alle mögen tatsächlich
Opfer des Umbruchs und der Übergangszeit sein. Vielleicht aber sind
sie auch nur Opfer einer verfehlten Politik.
Die wirklichen Verlierer sind andere: Menschen, die in der DDR für
Freiheit und Demokratie gekämpft haben, die verfolgt und eingesperrt
waren, die berufliche Nachteile in Kauf nehmen mußten. Heute kämpfen
sie oft vergebens um ideelle Anerkennung und eine angemessene Entschädigung.
Fast täglich melden sich im Bürgerbüro zur Aufarbeitung
von Folgeschäden der SED-Diktatur, das vor acht Jahren von Bürgerrechtlern
und Politikern gegründet wurde, Menschen, denen der Rechtsstaat keine
Gerechtigkeit widerfahren läßt. Sie berichten von hartherzigen
Bürokraten, von intakten Seilschaften in den Verwaltungen, von Richtern,
die den Tätern Glauben schenken, nicht den Opfern. Sie müssen
es hinnehmen, daß ihre Verfolger sichere Posten haben, während
sie arbeitslos sind, oder daß die Handlanger des SED-Regimes ein
vielfaches ihrer eigenen Rente bekommen.
Ich finde, wir dürfen uns damit nicht abfinden. Die Verlierer von
damals dürfen nicht wieder Verlierer sein. Ein Recht, das Ungerechtigkeit
fortschreibt, ist ein fragwürdiges Recht. Mögen Juristen auch
erklären, Gerechtigkeit sei nicht die Sache des Rechts politisch
ist es das allemal. Denn eine Rechtsprechung, die die Täter belohnt
und die Opfer benachteiligt, höhlt den Rechtsstaat aus und gefährdet
die Demokratie. Verlierer sind auf Dauer wir alle.
Pressemitteilung vom 15. September 2004
Bundespräsident Horst Köhler besuchte am 22. September um 14.00
Uhr das
Bürgerbüro, Verein zur Aufarbeitung von Folgeschäden der
SED-Diktatur
besuchen. Er wurde von der Vorsitzenden des Bürgerbüros, Bärbel
Bohley,
begrüß. Während eines einstündigen Gesprächs
mit Bürgerrechtlern,
Mitgliedern und Mitarbeitern des Vereins informierte
sich der Bundespräsident über die Arbeit des Vereins. Im Vordergrund
stand dabei die Aufarbeitung der SED-Diktatur.
Im Anschluss an das Gespräch besuchte der Bundespräsident das
in
unserem Hause befindliche Dokumentationszentrum Berliner Mauer, die
Mauergedenkstätte und die Kapelle der Versöhnung in der Bernauer
Straße.
gez. Dr. Ehrhart Neubert
Der Demokratische Aufbruch von einer Bürgerbewegung
zur Partei 1989/90
Politische und persönliche Wege in der Bürgerbewegung von 1989
im Kronprinzenpalais,
Unter den Linden 3, Berlin-Mitte
Ulrike Poppe
(Demokratie Jetzt)
Wolfgang Templin (Initiative Frieden und Menschenrechte)
Dr. Hans-J. Misselwitz (Friedenskreis Pankow/SDP)
Dr. Fred Ebeling (Demokratischer Aufbruch)
Peter Pragal (DDR-Korrespondent Stern)
Moderation: Paul Werner Wagner
Verein zur Aufarbeitung von Folgeschäden der SED-Diktatur
in Kooperation mit der Bundeszentrale für politische Bildung
und dem Medien- und Kommunikationszentrum Berlin
Ergebnisse der friedlichen Revolution revidiert
Das Bundesverfassungsgericht gab am gestrigen Tage zwei Entscheidungen
bekannt, wonach Kürzungen der Renten von DDR-Funktionären verfassungswidrig
sind, sofern diese nicht Mitarbeiter der Stasi gewesen waren. Der Gesetzgeber
wurde aufgefordert, eine Neuregelung hinsichtlich einer Erhöhung
der Rente für diesen Personenkreis zu schaffen.
Dieser Urteilsspruch steht in Kontinuität zu Entscheidungen desselben
Gerichts im Hinblick auf Erhöhungen von Rentenansprüchen ehemaliger
SED-Funktionäre, NVA- und Stasiangehöriger. Er schreibt zudem
eine verhängnisvolle Tradition fort, wonach auch nach der NS-Diktatur
belasteten NSDAP- und SS-Tätern Renten ungeschmälert gewährt
wurden. Den Opfern der Diktatur dagegen wurden Würdigung und Entschädigung
über viele Jahre verweigert; erinnert sei in diesem Zusammenhang
an die Wehrmachtsdeserteure.
Die vom Bundesverfassungsgericht geübte Rechtspraxis revidiert faktisch
die Ergebnisse der friedlichen Revolution von 1989 und wendet sich gegen
den Willen der ersten frei gewählten Volkskammer. Sie führt
dazu, dass das Vertrauen der Opfer der SED-Diktatur gegenüber dieser
Rechtspraxis gegen Null sinkt.
gez. Konrad Weiß, Vorstand
gez. Siegfried Reiprich, Vorstand
Urteil des Europäischen Gerichtshofes löst
keine Probleme
stellvertretender Vorsitzender
Konrad Weiß, Ralf Hirsch, Siegfried Reiprich,
für den Vorstand
Mitarbeiterin des Bürgerbüros zur Landesbeauftragten
für die Stasiunterlagen in Thüringen ernannt
Novum-Millionen
für die Opfer der SED-Diktatur
Bärbel Bohley
Dr. Ehrhart Neubert
Zur Eröffnung der Ausstellung
des Bürgerbüro e.V.
Repression und Bekenntnis - Junge Christen
in der DDR
Donnerstag, 4. September 2003, 19.00 Uhr in der Berliner Zionskirche zum
Thema
Kirche in der DDR - Raum für politische Selbstbehauptung und
öffentlichen Widerspruch
Rainer Eppelmann MdB,
Pfarrerin Ruth Misselwitz,
Generalsuperintendent Martin-Michael Passauer,
Pfarrer i.R. Hans Simon.
Moderation: Christoph Singelnstein,
Chefredakteur Antenne Brandenburg
www.zionskirche-berlin.de E-Mail: info@zionskirche-berlin.de
am 14. August
2003 ist das Büro unserer Partnerorganisation MEMORIAL Petersburg
überfallen worden. Maskierte Männer drangen in das Gebäude
ein, forderten sämtliche Unterlagen und Daten von MEMORIAL zu Tschetschenien,
fesselten den Vorsitzenden von MEMORIAL Petersburg Wladimir Schnitke
und seine anwesenden Mitarbeiterinnen, verwüsteten das Büro
und raubten die komplette Computerausstattung. Die Männer bezeichneten
sich selbst als Vertreter der Gesellschaft zum Schutz von Oberst
Budanow (Oberst Budanow vergewaltigte und ermordete eine junge Tschetschenin
und wurde unter zwielichtigen Umständen zunächst als nicht schuldfähig
eingestuft, später aber doch zu 10 Jahren Haft verurteilt. MEMORIAL
hat diesen Fall von Beginn an kritisch beobachtet und Recherchen dazu
unternommen.) In mehreren Telefonaten erklärte uns Herr Schnitke,
dass er und seine Mitarbeiterinnen gesundheitlich wohlauf sind. Allerdings
sind das zerstörte Büro und der Verlust der kompletten Computerausrüstung
einschließlich aller Daten ein schwerer Schlag für MEMORIAL
Petersburg.
Deshalb möchten
wir eine Spendeninitiative starten, um MEMORIAL Petersburg zumindest materiell
beim Aufbau des Büros zu unterstützen. Dringend benötigte
Spenden zur Wiederbeschaffung einer neuen Computerausstattung nimmt MEMORIAL
Deutschland gerne entgegen und leitet sie an Herrn Schnitke weiter. Berichten
Sie bitte gegebenenfalls in Ihrem Umkreis von diesem Vorfall. Herzlichen
Dank für Ihre Unterstützung! Sebastian Priess.
Bank für
Sozialwirtschaft Berlin BLZ
100 205 00
Konto: 33200-00 Stichwort: "Notfall Petersburg"
Historische Aufklärung - Menschenrechte - Soziale Fürsorge
Haus der Demokratie und Menschenrechte, Greifswalder Strasse 4, 10405
Berlin
----------------------
Bürgerbüro e.V.
Verein zur Aufarbeitung von Folgeschäden der SED-Diktatur
Bernauer Str. 111, 13355 Berlin
Verheerender Schlag gegen Demokratisierung in
Serbien
Bundesregierung will Aufarbeitung der SED-Diktatur
erschweren
Dr. Ehrhart Neubert, stellv. Vorsitzender
Ost-Looser mit MDR-Auftritt?
Gysi war jüngst in Berlin als Wirtschaftssenator gescheitert und
Späth wurde als designierter Wirtschaftsminister gar nicht erst gewählt.
Obwohl das Gespann schon einmal medienwirksam in Leipzig inszeniert wurde,
erteilten die Ostdeutschen Gysis Partei und Späths Kandidatur eine
Abfuhr.
Auch schon vor der Vereinigung 1990 waren beide hervorgetreten. Gysi verteidigte
DDR-Dissidenten zu deren Ungunsten in Zusammenarbeit mit dem MfS, wie
der Untersuchungsausschuß des Bundestages feststellte. Und Späth
zeichnete sich bei seinem letzten Gespräch mit Honecker durch völlige
Fehleinschätzungen der Lage im Osten aus, bevor er aus bekannten
Gründen als Ministerpräsident zurücktreten musste. Beide
sind an solchen Erinnerungen nicht interessiert. Da sind sie beim Mdr
richtig plaziert, denn der Sender tat sich mit der Vergangenheit auf peinliche
Weise ebenfalls schwer.
Nun aber wollen die ausgewiesenen Looser die Ostdeutschen aufmuntern und
sagen, wo es lang geht. Doch im Osten ist etwas anderes gefragt. Statt
des längst überdrüssigen Palavers der ewigen Alleinunterhalter
braucht es die Mobilisierung der Bürger als Subjekte und die Aktivierung
von Kapital.
Statt der ostdeutschen Öffentlichkeit medienpolitische Highlights
mit hoffnungsvollem Personal zu bieten, betreibt der MDR ausschaltquotenträchtige
Verdunklung.
Jürgen-Fuchs-Straße in Erfurt
Die Stadt Erfurt und der Landtag des Landes Thüringen ehren mit der
Benennung einen Poeten, der mit seinen intensiven, leisen Gedichten die
Nöte einer DDR-Jugend ausdrückte, die sich in den Zwängen
des totalen Anspruches der SED auf die Menschen selbst zu behaupten versuchte.
Seine akribische Beobachtung wertete die Realität ohne den erhobenen
Zeigefinger des Moralisten. Die real existierenden Sozialisten sperrten
ihn dafür ins Gefängnis und schoben ihn vor 25 Jahren in den
Westen ab.
Der so in eine neue Welt Geworfene konnte nun in seinem Beruf als Psychologe
arbeiten und baute gemeinsam mit seiner Frau den "Treffpunkt Waldstraße"
im Berliner Problembezirk Moabit auf, einen Heimatort für Jugendliche
und Kinder aus schwierigen sozialen Verhältnissen.Jürgen
Fuchs' literarisches Werk blieb nicht bei der Beschreibung des sozialistischen
Totalitarismus stehen, sondern lotete die Möglichkeiten des Menschseins
darin aus.
In seiner Geradlinigkeit und seinem unbestechlichen Urteil achtete Fuchs
darauf, daß die Aufarbeitung des SED-Unrechts nicht abstrakt blieb,
sondern den Menschen in ihrer konkreten Situation gerecht wurde. Dafür
ist ihm das Bürgerbüro e.V., zu dessen Gründern er gehörte,
dankbar und verpflichtet.
Der Weg in den Thüringer Landtag führt zukünftig über
eine Straße der Sensibilität für die Nöte der Mitmenschen
und des Engagements für die Menschenrechte.
Ralf Hirsch, Vorstand
Presseerklärung vom 22.10.2002
JÖRN MOTHES: Kein Abstand zur Diktatur
Das Bürgerbüro protestiert gegen diese Pläne.
Diese Behörde ist der einzige kompetente Ansprechpartner für
Verfolgte der SED-Diktatur in Mecklenburg-Vorpommern. Hier werden Betroffene
mit großer Kompetenz, mit Einfühlungsvermögen und Professionalität
in den komplizierten Rehabilitierungsverfahren begleitet. Angesichts der
eklatanten Mängel der Wiedergutmachungsgesetze ist dies ein wichtiger
Beitrag zum Sozial- und Rechtsfrieden.
Die selbständige Bildungsarbeit des Landesbeauftragten, z.B. mit
seiner Schulinitiative, könnte in diesem Umfang, dieser Unabhängigkeit
und Klarheit innerhalb der Landeszentrale für politische Bildung
nicht fortgesetzt werden.
Die rot-rote Koalition zeigt mit diesem Schritt, wie gering ihr innerer
Abstand zur SED-Diktatur auch dreizehn Jahre nach der Friedlichen Revolution
geblieben ist.
10 Jahre Strafrechtliches
Rehabilitierungsgesetz
Konrad Weiß:
Endlich erwachsen Rheinischer
Merkur, Nr. 30 vom 26.09.2002
Die Demokratie hat im Osten eine Bataille gewonnen, aber noch nicht den
Sieg.
Die Sicherheit. Zur Abwehrarbeit des MfS. Berlin: Edition Ost im Verlag
Das Neue Berlin, 2002.
1248 Seiten, 68.00 €, ISBN 3-360-01030-2
Das
Stasi-Unterlagen-Gesetz muß novelliert werden!
Dittrichring 24, Postfach 100345, 04003 Leipzig, Tel. 0341/9612443, Fax:
0314/9612499;
e-mail: mail@runde-ecke-leipzig.de; Internet: www.runde-ecke-leipzig.de
13055 Berlin; Tel.+Fax: 030/986082415; e-mail: info@uokg.de; Internet:
www.uokg.de
Tel.: 030/57794981, Fax: 030/57794980; Internet: www.buergerkomitee.org
Erklärung anläßlich der Bundestagswahlen
am 22. 9. 2002
Daher unterstützen die Verbände alle demokratischen Parteien, die diesen
antitotalitären Konsens in Wort und Tat pflegen.
Offener Brief an
den FDP-Vizevorsitzenden
Berlin, den 20. 05. 2002
im vergangenen Herbst habe ich mich im Berliner Wahlkampf für die FDP
eingesetzt, weil ich glaube, dass die FDP aus Ihrer Tradition heraus ein
ernsthaftes Verhältnis zu Freiheit und Menschenrechten hat. Ich hatte
mir gewünscht, dass liberale Gedanken, für die Politiker Ihrer Partei
wie Heuss, Dehler und viele andere bis hin zu Kinkel und Leuthäuser-Schnarrenberg
stehen, wieder Gewicht in Deutschland bekommen.
Einige der Täter sind mittlerweile rechtskräftig verurteilt worden. In
der Logik dieser Rechtssprechung läge es, die Geschädigten dieses Staatsunrechts
in das Bundesversorgungsgesetz einzubeziehen. Da es sich um Opfer von
Verbrechen handelt, könnte dies nach dem Modell des Opferentschädigungsgesetzes
geschehen.
Prof. Ines Geipel, Autorenkreis der Bundesrepublik
Berlin, den 15.4.2002
Schmähung eines Ehrenpreises
amt. Vorsitzender des Bürgerbüros Berlin
Wahlinitiative 2001 für Berlin
Notwendige Einmischung in die eigenen Angelegenheiten
Rolle Gysis 1990 dabei aufklären
Symposium 9. - 10.
November 2001
in der Vertretung des Freistaates Thüringen beim Bund,
Mohrenstraße 64, Berlin-Mitte (U2: Mohrenstraße)
BLINDE FLECKEN DER GESCHICHTE
Vertreibung und Deportation 1938-1948
in Berlin am Gendarmenmarkt, Begrüßung: Freya Klier, Berlin
Das Kammermusik-Ensemble MEMORIAL wurde 1990 von Studenten des Leningrader
Konservatoriums gegründet. Seitdem tritt das Ensemble in wechselnder Besetzung
auf. Es trägt den Namen der bekannten Vereinigung MEMORIAL, weil es seine
Auftritte in deren Dienst gestellt hat. Während der Konzerttourneen spielen
die Künstler um Spenden für die alten und armen Überlebenden des stalinistischen
Terrors.
Memorial St. Petersburg und Sohn des Komponisten
Alfred Schnittke
Dr. Hanns Skoutajan, Zeitzeuge und Autor, Ottawa/Kanada:
Der Widerstand und seine Folgen - sudetendeutsche Antifaschisten in der
Tschechoslowakei
Ondrej Liska, Student der Politikwissenschaften, Brno:
Der Brünner Todesmarsch oder was wissen junge Tschechen über die sudetendeutsche
Geschichte?
Diskussion: Die Gemütlichkeit der beschränkten Perspektive -
warum wurde der sudetendeutsche Widerstand vergessen?
Podium: Olga Sippl, Zeitzeugin, München
Ursula Weißgärber, Zeitzeugin, Berlin
Dr. Hanns Skoutajan, Ottawa, Ondrej Liska, Brno
Moderation: Dr. Jaroslav Sonka, Europäische Akademie Berlin
Dr. Peter Jahn, Leiter des Deutsch-Russischen Museums Berlin-Karlshorst
Erste Deportationswelle unter der Devise: "Heim ins Reich"
Alexander Gurjanov, Koordinator der polnischen Kommission von Memorial
Moskau:
Die Deportation polnischer Staatsbürger 1940 und 1941 in die Sowjetunion
Dr. Pavel Polian, Geograph, Moskau/ Köln:
Deportiert nach Hause - Sowjetische Kriegsgefangene im Dritten Reich und
ihre Repatriierung
Georgi Maisuradze, Historiker, Tbilisi
Dr. Jerzy Kochanowski, Historiker, Warschau: Deutsche Zivilisten in polnischen
Lagern
Hannelore Aebi, Zeitzeugin, Berlin
Dr. Martha Kent, Zeitzeugin und Neurologin, Medical Center, Phoenix/Arizona;
"Ich bin so ohnmächtig, dass ich nicht sprechen kann" Psalm 77 - vom Wiederfinden
der Sprache
Marius Fiedler, Psychologe, Berlin:
Das Schweigen der Überlebenden
Offenes Zeitzeugengespräch
Moderation: Dr. Ehrhart Neubert und Freya Klier, Berlin
sowie Freya Klier (Schriftstellerin), Doris Liebermann (Historikerin)
und Margit Miosga (Journalistin)
Finanziell getragen wird das Symposium von der Bundeszentrale für politische
Bildung Fachbereich Veranstaltungen / Lothar G. Kopp, des weiteren unterstützt
vom Bundesministerium für Kultur und Medien und dem Freistaat Thüringen
mit seiner Vertretung beim Bund in Berlin
Aufruf: Signale für Bürgermut
Menschen, die unter schwierigen Verhältnissen Zivilcourage bewiesen
haben, leben in Arbeitslosigkeit und Armut.
Menschen, die andere gepeinigt und unterdrückt haben, leben in Wohlstand
und Würden.
Die meisten politischen Häftlinge und anderen politisch Verfolgten der
ehemaligen DDR beziehen heute Einkommen auf Sozialhilfeniveau.
Offiziere der Staatssicherheit, der NVA, des Strafvollzugs, leitende
Funktionäre des Staatsapparates der DDR bekommen Spitzenrenten, leben
in den Häusern, die sie billig von Ausreisern gekauft haben und freuen
sich auf ihre Rentennachzahlung in sechsstelliger Höhe.
Sind das die Signale, die Deutschland braucht? Werden wir so vermitteln
können, daß Bürgermut und der Einsatz für Menschenrechte und Demokratie
sich lohnen?
Wir rufen Sie, verehrte Abgeordnete des Deutschen Bundestages, auf:
Verabschieden Sie die Anhebung der "Staatsnahen-Renten" nur, wenn gleichzeitig
der Widerstand gegen Diktatur und Menschenrechtsverletzungen kräftig,
d.h. auch finanziell gewürdigt wird.
Unterschriften:
Bärbel Bohley (Berlin-Celina), Prof. Dr. Dr. h. c. Richard Schröder
(Theologe, Berlin), Maria Jepsen (Bischöfin der Nordelbischen Ev.-Luth.
Kirche), Romani Rose (Vorsitzender des Zentralrats deutscher Sinti und
Roma), György Konrad (Präsident der Akademie der Künste, Berlin), Erich
Loest (Schriftsteller, Leipzig), Brigitte Grothum (Schauspielerin, Berlin),
Almuth und Dr. Heino Falcke (Propst em., Erfurt), Johano Strasser (Generalsekretär
P.E.N. Deutschland), Joachim Walter (Schriftsteller, Grünheide), Lutz
Rathenow (Schriftsteller, Berlin), Konrad Weiß (Schriftsteller, Berlin),
Reiner Kunze (Schriftsteller, Obernzell), Christoph Kuhn (Schriftsteller,
Halle/S.), Bernd Kebelmann (Schriftsteller, Waltrop und Berlin), Ralf
Hirsch (Berlin), Steffen-Lutz Matkowitz (Kabarettist, Leipzig), Siegfried
Reiprich (Autor, Berlin), Freya Klier (Regisseurin, Berlin), Richard
Pietraß (Schrifsteller, Berlin), Udo Scheer (Publizist, Bad Klosterlausnitz),
Eve und Frank Rub (Maler, Jena), Cornelia Schleime (Malerin, Berlin),
Wilhelm Neubert (Architekt Braunschweig), Dr. Karl-Heinz Bomberg (Berlin),
Dr. Klaus Rother und Bärbel Rother-Hohenstein (Tiefenbach b. Passau),
Prof. Dr. Dieter Timpe (Würzburg), Dr. Ekkehart Rudolph (Stuttgart),
Thomas Auerbach (Historiker BStU, Berlin), Jens Planer-Friedrich (Theologe,
Berlin), Uwe Bastian (Diploming., Berlin), Andreas Bertram (Theologe,
Görlitz), Clemens Freiherr von Wendt (Rechtsanwalt, Adeleben), Dr. Helmut
Nicolaus (Rechtsanwalt, Berlin) Uwe Koch (Pfarrer und Hochschuldozent,
Magdeburg), Heiko Lietz (Theologe, Güstrow), Karl-Rudi Pahnke (Pfarrer,
Berlin), Dr. Ulrich Woronowicz (Superintendent i.R., Berlin), Günter
Jeschonnek (Berlin) JG Jena Stadtmitte, Prof. Christian Dietrich (Pfarrer,
Nohrs), Dr. Werner Gumpert (Gilching), Hildigund und Dr. Ehrhart Neubert
(Fachabtltr. BStU Berlin), Ulrike Poppe (Ev. Akademie, Berlin), Hubertus
Knabe (Direktor der Gedenkstätte Hohenschönhausen, Berlin), Hans Schwenke
(Bundesvorsitzender BSV), Harald Strunz (Vorsitzender VOS), Heidi Bohley
(Zeitgeschichte e.V., Halle / S.), Manfred Wagner (Geschichtswerkstatt
Jena e.V.), A.W. Bauersfeld (Vorstand der UOKG, Detlev W. Stein (Osteuropa-Zentrum
Berlin), Hannover), Wolf und Bärbel von Loeben (Karlsruhe), Bernd und
Peter Eisenfeld (Initiative Rechtshilfe, Berlin) und ca 600 weitere